Wissenschaftliche Forschung über den militärischen Nutzen von frühen Schießscharten bis ins Hochmittelalter

Schießscharten Datenbank - Ein muss für jeden Burgenforscher

Nicht jede Öffnung in einer mittelalterlichen Mauer ist als Schießscharte anzusehen.

Voraussetzung für das Vorliegen einer Schießscharte ist, dass sich ein Schütze sinnvoll hinter der Schießöffnung aufstellen kann, um ein potenzielles Gefahrenfeld unter Beschuss nehmen zu können. Viele schlitzförmige Öffnungen, die landläufig für Schießscharten gehalten werden, erweisen sich bei näherer Betrachtung als ungeeignet zur Abwehr eines potenziellen Angreifers. Dass solche Fehleinschätzungen auch bei Fachleuten vorkommen, zeigt die 2015 groß publizierte Entdeckung der „vielleicht frühesten Schießscharte Deutschlands“ in der Apsis der Frankfurter Saalhof-Kapelle. Diese wird von Fach-Archäologen in die Zeit um 1180 datiert. Bei Betrachtung der Abbildungen wird klar, dass es sich hierbei um eine Lichtöffnung handelt. Die nach oben führende Laibung/Brüstung würde nur einen Schuss nach oben zulassen. Eine Schautafel vor Ort spricht sogar von einem Schießen im Liegen! Schießscharten in Kapellen, zumal im Apsis-Scheitel, sind naturgemäß äußerst selten! Erst um 1220/30 erscheinen Schießscharten als spezifisches Wehrelement an Burgen am westlichen Rand des deutschsprachigen Raumes. 

BINSY - Burgeninformationssysteme

Rüdiger Bernges ist Mitglied in der Deutschen Burgenvereinigung e.V. und beschäftigt sich seit 1986 mit der Burgenforschung in Deutschland und in den angrenzenden Ländern Europas. Als Autor und Verleger des Buches "Felsenburgen im Wasgau" (1986-1992) sowie "Wehrbauten am Gardasee" (2008) und diverser Publikationen zum Thema Schießscharte, betreibt er seit 2000 als sachkundiger Spezialist für Schießscharten eine burgenkundliche Homepage http://www.burginfo.de/ mit einer Onlinedatenbank. Die Interessensgemeinschaft BINSY bietet auf der Homepage die einzige umfassende Datenbank für Schießscharten in Westeuropa mit fast 1200 Objekten. Hier finden Sie viele Details wie Maße, Form und Zustand und Informationen zur Effizienz und zahlreiche Fotos und Schnittzeichnungen für jedes einzeln erfasste Objekt.

 

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