Kaiserstuhl

  • Amoltern - Burgstelle Brunndelbuck

    Amoltern (Endingen, EM) - Burgstelle Brunndelbuck

    ehemalige Burgstelle, nichts ist mehr erkennbar

     

    Im Zuge von Flurbereinigungen wurde 1973 im Gewann Brunndelbuck eine ehemalige Burgstelle entdeckt. Sie befand sich auf einem spornförmigen Plateau.

    Über die Entstehung der Burg und dem Dorf gibt es keine näheren Informationen.

    Quelle: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau 2003, Alfons Zettler und Alfons Zotz (Hg.) I. Nörlicher Teil, Halbband A-K, Seite 8

     


     

  • Bahlingen - Hinweise zu Burgstellen

    Bahlingen - Hinweise zu Burgstellen

    ehemalige Burgstelle, nichts ist mehr erkennbar

     

    Flurname "In der Burg"

    Bahlingen, zwischen Erlenmattestraße und Silberbrunnenstraße befindet sich der Flurname "In der Burg".
    Die Bezeichnung rührt vermutlich vom vormals hachbergischen Dinghof her, der dem Typus des Weiherhauses entsprach: "Hauß und hoff mit dem garten..., das man nennt die burg, ist vor zeitten ein graben darumb gangen."

    Quelle: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau 2003, Alfons Zettler und Alfons Zotz (Hg.) I. Nörlicher Teil, Halbband A-K, Seite 14

     

    Burggraben bei der Kirche

    Der s und ö Fuß des steil abfallenden Kirchenhügels trägt den Namen "Burggraben". Der obere  bergseitige Abschluß als Burgstelle ist ungewiß, auch die Ausführung und Lage. Wahrscheinlich haben Veränderungen des Reliefs im Zusammenhang mit Friedhofserweiterungen die Reste einer Burg an der Stelle beseitigt.

    Als Standort einer mittelalterlichen Burg, wie es die örtliche Legende will, kommt der Bahlinger Kirchenhügel wohl kaum in Betracht.

    Quelle: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau 2003, Alfons Zettler und Alfons Zotz (Hg.) I. Nörlicher Teil, Halbband A-K, Seite 14

     

    Burgstelle "Bürglin"

    Die Burgstelle "Bürglin" befindet sich in der Nachbarschaft der Lößhalde unweit der "Burghalde" an der Endinger Straße. erhielt im 18 Jh. den Namen Eierkuchen: "3 mannshauet Reben heißt das Bürgli allenthalben auf die Straß stoßend... nach denen alten Berainen das Bürglin insgemain aber allhier der Eyerkuchen ganannt."

    Eine Burgstelle an diesem Ort, wahrscheinlich älter als der oben genannte hachbergische Dinghof, ist möglich.

    Quelle: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau 2003, Alfons Zettler und Alfons Zotz (Hg.) I. Nörlicher Teil, Halbband A-K, Seite 15

     


     

     

     

  • Bickensohl (Vogtsburg, FR) - Burgstelle

    Bickensohl (Vogtsburg, FR) - Burgstelle

    Burgstelle erkennbar, keine Ruinenreste

     

    Die Burgstelle befindet sich auf eienem kleinen Bergsporn ca. 80 m ssw des Rathauses und ca. 100 m sw der Kirche, oberhalb des heutigen Gemeindefriedhofes. Die Topographie der Burgstelle kann man im Gelände noch erkennen. Ruinenreste sind allerdings keine erhalten geblieben.
    Einst trug das Gewann den Namen "Bürglin". Auf heutigen Karten ist der Name nicht mehr zu finden.

    In Bereinen der Klosters St. Peter finden sich 1551 und 1663 die Bezeichnungen Bürglin und uff dem Bürgle.

    1048 erscheint der Name Bickensohl (Piccensole) erstmals in einer Urkunde Heinrich III. In einer auf das Jahr 1139 gefälschten Papsturkunde, werden 1180 dem Basler Bistum breisgauische Rechte und Besitzungen bestätigt.
    Die Kirche ging 1148 an das Kloster St. Ulrich. Der Streit um die Kirche in Bickensohl ging weiter. Erst im Jahre 1183 kam es zu einem Vergleich zwischen dem Basler Bischof und dem Kloster St. Ulrich unter Mitwirkung der jeweiligen Vögte, des Grafen Bertold von Nimburg, Burkhard von Üsenberg und Gottfried von Riehen.
    Im sogenannten Kaiserstühler Krieg stritten sich zu Beginn des 14. Jh. die Herren von Üsenberg mit den Herren von Falkenstein um die Herrschaft Bickensohl. Aus dem Gerichtsurteil von 1321 geht hervor, dass sich Burkhard von Üsenberg im Dorf und Bann Bickensohl, Rechte anmaßte, die ihm nicht zustanden.
    Die Ortsherrschaft von Bickensohl wurde mit dem Urteil den Herren von Falkenstein zugesprochen.
    Im Jahre 1407 verkaufte Kuno von Falkenstein das Dorf für 470 Gulden an den Ritter Hanmann Snewlin von Landeck und an Jakob von Weisweil.
    In der Folgezeit ging das Dorf in den Besitz der Herren von Staufen über. Wann dies allerdings geschah, ist unklar. Sicher ist nur, dass Trudbert von Staufen und seine Gemahlin Anna von Fürstenberg den Ort Bickensohl 1461 für 570 Gulden an den Markgrafen Karl I. von Baden verkaufte.

    Quelle: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau 2003, Alfons Zettler und Alfons Zotz (Hg.) I. Nörlicher Teil, Halbband A-K, Seite 17

     


     

  • Riegel - Burg Riegel

    Riegel - Burg Riegel (castro Riegol) - Königshof in Riegel 1004

    Blumecksches Wasserschloss in Riegel

     

    Burgstelle erkennbar, wenig Ruinenreste

     


    Video: Hans-Jürgen van Akkeren
    Link: http://youtu.be/CTf1BC3R5MY

     

    Die Burgstelle befindet sie südlich von Riegel in 241 m Höhe auf dem heutigen Michaselsberg, einem Ausläufer des Kaiserstuhlmassivs.
    Riegel bildete zusammen mit Sasbach das Zentrum des umfangreichen Königs- und Reichsgutkomplexes im Breisgau, des Kaiserstuhls und seiner Umgebung.

    Über die Gestalt und Baugeschichte der Burg lässt sich heute keine verbindliche Aussage treffen. Vermutlich wurde die Burg Riegel von den Zähringer Herzögen Mitte des 12. Jh. als Vögte des Klosters Einsiedeln durch dessen Auftrag erbaut. In der Literatur wird unter Verweis archäologischer Funde eine hallstattliche oder merowingerzeitliche Befestigung angenommen. Über das Ende der Burg Riegel ist nichts bekannt. Sie wird eindeutig im Jahre 1399 letztmals genannt.

    Die mittelalterliche Burganlage gliederte sich in drei ablesbare Bereiche ab: den kegelstumpfförmigen Burgberg, heute Kapellenberg, sowie die vordere und hintere Burg. Die Gräben wurden rund um den Kapellenberg angelegt und somit der Burgplatz aus dem Areal herausmodelliert. Die Ringmauer hat sich weitgehend erhalten.
    Seit 1465 erhebt sich die weithin sichtbare Michaelskapelle über den Resten der abgegangen Hauptburg. Den ältesten Teil der Kapelle bildet der spätgotische Chor. Das Langhaus stammt aus der Zeit des Umbaus des frühen 18. Jh. Ob die St. Michaelskapelle schon in der Burg einen Vorgänger hatte, bleibt offen. Denn die Annahme, dass die Kapelle auf dem Michaelsberg stand, wie es in der älteren Ortsgeschichte beschrieben wird, erbringt ebenso wenig einen Beleg dafür, wie die Lokalisierung der im 10. Jh. genannten Michaelskirche zu Riegel. Es ist möglich, dass die Michaelskirche zuvor an anderer Stelle gestanden hat.

    Burg_Michaelskapelle_Riegel_2000 (1)  Burg_Michaelskapelle_Riegel_2000 (2)
    Michaelskapelle Riegel
    Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren 2000

     

    Geschichte

    762 Nach einer wohl im 12. Jh. verfälschten oder gefälschten Urkunde stattete Bischof Heddo von Straßburg laut seinem Testament sein Eigenkloster Ettenheimmünster mit Güter in Riegel aus.
    781 Eine Hildegrund überträgt ihre Güter in der villa Riegel an die einige Jahre zuvor gegründete Abtei Lorsch.
    9. Jh. In Riegel und Sasbach werden Königshöfe angenommen. Sie sind Stationen des Kaiser Karl III. und Kaiser Otto III.
    862 König Ludwig der Deutsche überträgt seinem Sohn die Orte Riegel und Endingen.
    10. Jh. Die Abtei Einsiedeln erlangte zahlreiche Güter im Bereich des alten Kaiserstühler Reichsgutkomplexes: die curtis Riegel mit dem loca Endingen, Wöllingen (einer abgegangen Siedlung bei Wyhl), Kenzingen, Teningen, Burkheim, Bahlingen, Rottweil, Betzenhausen, Oberbergen, Vogtsburg, Kirchzarten, Liel, Tutschfelden, Riedlingen und Unterbirken. Diese Güter stammten aus dem Besitz eines Grafen Guntram, den König Otto I. 952 auf dem Augsburger Reichstag beschlagnahmen ließ.
    10. Jh. Eine Einsiedler Handschrift nennt die Martinskirche zusammen mit den anderen Kirchen zu Riegel, St. Michael, St. Maria und St. Stephan. Diese vier Kirchen bestanden nebeneinander und stehen für die verschiedenen Grundherrschaften und Siedlungskerne, die in Riegel bestanden haben.
    1004 Riegel wird in einem Diplom König Heinrichs II. als curtis regii quondam iuris, als ein ehemaliger Königshof bezeichnet. Die Riegeler curties übernahm offenbar auf Grund ihrer ehemaligen Qualität als königlicher Hof im Reichsgutkomplex die Funktion einer Verwaltungszentrale für die Breisgaues Güter des schwäbischen Klosters. Der Fronhof des grundherrschaftlichen Höfeverbands stand an der Stelle des heutigen Friedhofs, auf der Flur dem Fronhofbuck.
    1148 In Riegel verfügen die Grafen von Nimburg über Güter und Herrschaftsrechte.
    11. Jh. Als Vögte des Klosters Einsiedeln in Riegel werden ein Dietrich und danach sein Sohn Hesso genannt. Dieser Hesso wird zu der im Breisgau weitverzweigten Familie der Hessonen gezählt. Zu den Nachfahren dieser Hessonen werden die Grafen von Nimburg und die Herren von Üsenberg eingestuft.
    1094 Durch Zuwendungen eines Dietrich gelangte das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen zu Güter in Riegel. Dieser Dietrich ist möglicherweise identisch mit dem Dietrich von Emmendingen. Wahrscheinlich war er Ministeriale der Grafen von Nimburg.
    12. Jh. Ersterwähnung der Burg Riegel. Anlässlich eines Aufenthalts (zwischen 1152 und 1171) Herzog Bertolds IV. von Zähringen und seinem Sohn in castro Riegol wird die Burg erstmals erwähnt. Der Herzog vollzog eine Schenkung seines Ministerialen Werner von Roggenbach und dessen Söhne an das Kloster Tennenbach. Dieser Werner von Roggenbach ist wahrscheinlich als Burgherr des Zähringer Herzogs in Riegel eingesetzt worden. Werner von Roggenbach ist mehrfach als Zeuge bei Rechtsakten des Herzogs in Erscheinung getreten. Wie die Herzöge von Zähringen in Riegel zu Besitz kamen, bleibt unklar. Wahrscheinlich vor 1161 über die Einsiedler Vogtei, welche die Zähringer auf die Roggenbacher als Untervögte übertragen hatten.
    1200 Die Grafen von Nimburg verkaufen ihre Herrschaft zu Riegel an den Bischof von Straßburg und beteiligen sich als Kreuzfahrer und Tempelritter am vierten Kreuzzug.
    1214 König Friedrich II. bestätigte dem Straßburger Bischof den Besitz des Hofes zu Riegel und weist somit die Ansprüche des Zähringer Herzogs zurück. Demnach müssen die Grafen von Nimburg eine wichtige Position besessen haben, denn in der Urkunde von 1214 wird von einer curtis in Riegel und einer advocatia der Kirche gesprochen. Demnach verfügten die Grafen von Nimburg über Patronat und Gerichtsrechte in Riegel.
    1218 Nach dem Tod des letzten Zähringer Herzogs, übernehmen die Üsenberger die Rechte der Burg auf dem Michaelsberg, sowie auch die Rechte an dem abgegangen Ort Niedingen zwischen Riegel und Kenzingen.
    1238 Nachweislich sind die Üsenberger seit 1238 Burgherren in Riegel. Burkhard und Rudolf urkundeten in castro Rieggol anlässlich eines Verkaufs und einer Schenkung von Kirchen und Gütern an das 1227 gegründete Zisterzienserkloster Wettingen.
    1240 Riegel wird für die Üsenberger eine wichtige Herrschaftsposition, von der sie aus das Kloster Wonnental und die Stadt Kenzingen gründeten. Um 1240 ruft Rudolf von Üsenberg im Weiler Niedingen ein Frauenkloster ins Leben und stattet es mit Holzungsrechten und dem Patronat zu Amoltern, sowie dem Recht zum Bau von Mühlen, Grundbesitz und Einkünften in Kenzingen aus. Dieses Kloster in Niedingen verlegt Rudolf von Üsenberg später nach Kenzingen und gehörte 1244 dem Dominikanerorden an, wurde dann aber 1248 Zisterze und unterstand den Äbten von Tennenbach und Salem. Befürworter für diese Änderung war neben Rudolf von Üsenberg, der Bischof Heinrich II. von Straßburg, denn beide standen politisch im Kampf gegen den Kaiser Friedrich II. von Staufen.
    1249 Burkhard und Rudolf II. von Üsenberg beurkunden auf der Burg Riegel die Stadtgründung von Kenzingen.
    1286 Im Jahre 1286 urkundeten die Söhne der Brüder Burkhard II. und Rudolf II. von Üsenberg, Hesso IV. und Rudolf III.in Wonnentaler Angelegenheiten auf ihrer Burg in Riegel castro nostro Riegol.
    1291 Die Herrschaft der Üsenberger teilt sich. Als Bestandteil der nunmehr oberen Herrschaft fällt Riegel an Hesso IV. von Üsenberg. Nachfolger im Besitz der Burg und dem Ort Riegel wird später Burkhart III.
    1336 Burkhart III. von Üsenberg häufte so viele Schulden an, das nach seinem Tod sein Schwager und Vormund Markgraf Heinrich IV. von Hachberg dem Rat und der Gemeinde von Endingen und den Bürgern von Freiburg die Burgen und Herrschaft Höhingen und Riegel zusammen mit Dorf, Höfe und Mühle, Dorf Eichstätten, die Leute zu Bahlingen und Forchheim verpfändete, mit der Auflage über Endingen, Riegel und Höhingen nicht weiter zu verfügen.
    1346 Johann von Üsenberg öffnet dem Rat und den Bürgen von Freiburg die Burg Riegel. Er stelle gleiches für Endingen und Höhingen in Aussicht, wenn diese an ihn gefallen sind.
    1355 Nachdem Johann Malterer den Fronhof zu Riegel vom Kloster Einsiedeln gekauft hatte, ging von den Snewelin Burg und Dorf mit der Mühle an die Familie Malterer über, nachdem 1353 Johann Malterer den Fronhof zu Riegel bereits gekauft hatte. Diese Herrschaft Riegel, bestehend aus Fronhof, Burg und Dorf, ging später an die Enkel Martin Malterer über, darunter auf Graf Konrad von Tübingen-Lichteneck, dessen Vater mit der Tochter Martin Malterer, Verena, verheiratet gewesen war.
    1356 Johann von Üsenberg gelang es nicht, Burg und Dorf zu Riegel zu halten. Er sah sich gezwungen Burg und Dorf Riegel an Johann Snewlin, sowie an Dietrich von Falkenstein zu verkaufen. Snewelin hatte später (1358) auch in Neuershausen üsenbergisches Lehen inne und auch als solches seit 1345 einen Hof in Riegel, wohl die üsenbergische curia.
    Über die Burg und Dorf Riegel schloss der Sohn Hesse mit der Stadt Freiburg ein ewiges Bündnis.
    1399 Über das Ende der Burg Riegel ist nichts bekannt. Die wird im Jahre 1399 letztmals eindeutig genannt. Danach soll sie entweder verfallen sein und von den Herren von Blumeck abgebrochen oder im Bauernkrieg zerstört worden sein.
    1407 Hanmann Snewlin von Landeck kaufte sich in die Herrschaft ein. Dabei wurde der gesamte Komplex des Dorfes Riegel und einem Burgstall beschrieben.
    1484 Über das Ende der Burg Riegel ist nichts bekannt. Im Jahre 1484 wird eine Dorfordnung erwähnt, die eine geweihte und vom Papst zugelassene Kapelle nennt. Diese lässt annehmen, dass die Burg anlässlich des Kapellenbaus im 15. Jh. bereits nicht mehr bestanden hat.
       

     

    Blumecksches Wasserschloss in Riegel

    1410 Im 14. Jh. teilen sich elf Malterer-Enkel die Herrschaft Riegel, darunter auch aus der Blumeckschen Familie Heinrich und 1484 Bastian von Blumeck. 1410 erbauen die Blumecker in Riegel ein Wasserschloß.
    17. Jh. Mitte des 17. Jh. befindet sich das Schloss im Besitz von Generalmajor Johann Schütz.
    1661 Der neue Besitzer Freiherr Johann von Garnier lässt das niedergebrannte Schloss wieder aufbauen. Er ist zugleich Besitzer der Burg und Herrschaft Lichteneck.
    1683 Freiherr Leopold Heinrich von Garnier, Sohn Johanns, lässt das Schloss neu errichten oder umbauen.
    1721-1750 Die Familie von Schauenburg sind Besitzer der Herrschaft Lichteneck mit Riegel. Über die das Schloss an die Prinzessin von Baden überging, die es im späten 18. Jh. bewohnte.

     

    Quelle: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau, Nördlicher Teil Halbband L-Z, Alfons Zettler / Thomas Zotz - Thorbecke Verlag 2006

     


     

  • Sasbach - Limburg

    Sasbach a. K. - Limburg

     

    Die "neue" Limburg


    Die "neue" Limburg steht auf dem Limberg bei Sasbach am Kaiserstuhl, wo sie einen offenbar schon im Mittelalter eingerichteten Rheinübergang bewachte.


    Die Ruine gibt noch eine Vorstellung von der Größe der mittelalterlichen Burganlage. Der Kernbereich umfasst ein Areal von 80 m Länge und 40 m Breite. Gegen Osten zum Bergrücken des Limbergs hin ist eine Niederung wohl künstlich als Zwinger gestaltet worden. Die Flanke nach Westen und die Nordseite liegen über den steilen Felsabstürzen zum Rhein. Hier sind in den letzten Jahrzehnten auch schon einige Teile abgestürzt. Der Zugang erfolgte wohl von Süden. Alte Ansichten aus dem 19. Jh. lassen hier Reste eines Torbogens erkennen. Durch ihn erreichte man einen ersten Burghof, der die ganze Rheinfront einzunehmen scheint. Eine zweite, höher gelegene Terrasse im nordöstlichen Viertel bildet offenbar einen zweiten Hof. Auf dem höchstgelegenen Teil im Südosten erhob sich über dem mutmaßlichen Eingang ein Bergfried.

     

    Die Alte Limburg

    Die sogenannte Alte Limburg befindet sich am südöstlichen Ende des Limbergs. Das Fundament und Sockel eines Rundturms steht an der Abbruchkannte über dem Steinbruch. Der Durchmesser des Turms im Außenmaß von 8,8 m und einer Mauerstärke von 3 m ist in einer Höhe von ca. 2,50 m erhalten. Im nördlichen Bereich des Turms befindet sich eine Wall-Graben-Anlage. Von dem Rundturm existiert heute nur noch etwa die Hälfte. Vor einigen Jahren ist ein Teil infolge einer Erosion abgestürzt. Eine Zeitliche Einordnung der Vorgängeranlage der Alten Limburg ist kaum möglich, da datierbare Funde fehlen. Ein Keramikfund aus dem Areal weist die Alte Limburg in das 8./9. Jahrhundert.

     


    Film: Hans-Jürgen van Akkeren 2014
    Link: http://youtu.be/oyvw8gYs5cs
     

    Interessante Presseinformationen der Badischen-Zeitung:

    19.09.2009 Donnernd lösen sich Felsbrocken
    http://www.badische-zeitung.de/sasbach/donnernd-loesen-sich-felsbrocken--19800476.html

    20.07.2011 Felssturz in Sasbach: Verklagt Kreis die Landesregierung?
    http://www.badische-zeitung.de/kreis-emmendingen/felssturz-in-sasbach-verklagt-kreis-die-landesregierung--47651329.html


    alte_Burg_Limberg_
    Südspitze des Limbergs

    1078 Die "Alte Limburg oben auf der Südspitze des Limbergs bildet offenbar das Bindeglied zwischen frühgeschichtlicher und mittelalterlicher Besiedlung des Berges. Es ist belegt, daß BERTOLD I. von Zähringen 1078 "die Limburg" bewohnte. Unbekannt ist, ob es sich dabei schon um die hier auf halber Höhe der Bergflanke über dem Rhein gelegene oder vielleicht noch um die ältere Anlage auf dem Hochplateau handelt.

    1215 Die erste urkundliche Nachricht zur Ruine Limburg stammt aus der Zeit zwischen 1215 und 1221, als sich die Burg im Besitz der Grafen von Habsburg befand. Nach einer unbestätigten Überlieferung soll sie die Geburtsstätte von RUDOLF VON HABSBURG (1218) sein. Gegen Ende des 13. Jhs. sind die Grafen von Freiburg ihre Besitzer. Seither gab es ständige Auseinandersetzungen zwischen den beiden Familien um den Besitz.

    1417 Die besondere Bedeutung der Limburg liegt in ihrer Lage über dem Sasbacher Rheinübergang. Der "var zu Limperg" ist erstmals 1417 belegt, dürft aber schon seit alters bestanden haben. Die Fähr- und Zollrechte des Rheinüberganges waren eines der bedeutendsten Zubehöre der Limburg. Die Lage auf der Felsplattform vierzig Meter über dem Rhein macht die Beziehungen augenfällig.

    1457 Nach dem Aussterben der Grafen von Freiburg ging die Burg endgültig in den Besitz an die Habsbuger. Und die langen Sreitigkeiten waren somit beendet.

    1701 Noch im 16. Jh. Ist die Burg als bewohnbar belegt. Der zeitpunkt ihres Niederganges und ihrer Zerstörung ist nicht bekannt. Vermutlich erfolgte diese im Zuge des Dreißigjährigen Krieges oder der darauffolgenden Feldzüge. 1701 wird sie als vollständig ruiniert bezeichnet.

     

     Sasbach Limburg_1
    Postkarte von 1910

     Sasbach Limburg_2
    Limburg, Foto aus dem Jahr 2000 an der Stelle des alten Rheinübergangs

    Sasbach Limburg_3
    Limburg, Foto aus dem Jahr 2000

     Burg Limburg Mai 2013
    Limburg, Foto Mai 2013

    Sasbach Limburg_4
    alter Stahlstich - von Ch. Kreutzberger - vermutlich 19. Jh.

     Mai 2013 - fehlendes Mauereck
    Limburg, Foto Mai 2013 - abgestürzte Mauerecke


    Sasbach Limburg_5

    alter Stahlstich

    Sasbach Limburg_1
    Litographie Burg Limberg bei Sasbach am Kaiserstuhl
    Rekonstruktion von F. Maeher

    Neue Limburg bei Sasbach a.K
    Limburg, Foto Mai 2019

     

    Alte Limburg bei Sasbach a.K_1

    Alte Limburg bei Sasbach am Kaiserstuhl.
    Rest des Turmsockels über dem Steinbruch.
    Südöstliches Ende des Limbergs.

    Foto Mai 2019

    Alte Limburg Turmsockel bei Sasbach a.K_2

    Alte Limburg bei Sasbach am Kaiserstuhl.
    Rest des Turmsockels über dem Steinbruch.
    Südöstliches Ende des Limbergs.

    Foto Mai 2019

     

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    Text/Fotos/Scans: Hans-Jürgen van Akkeren

    Stiche und Postkarte mit der freundlichen Unterstützung durch

    Dr. med. E. Bühler
    (Burg Sponeck - Jechtingen)
    79235 Vogtsburg-Oberrotweil

     


     

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