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Presse 2016

Ausgrabungen in Freiburg-Neuburg: Mittelalterlicher Stadtplan kann aktualisiert werden - Closnergasse entdeckt

Freiburg, den 11. Oktober 2016

Archäologische Ausgrabung des Landesamtes für Denkmalpflege

Mittelalterliche Straßen in der Freiburger Vorstadt Neuburg - Closnergasse entdeckt

Erstmals können Teile des Stadtplans nachgezeichnet werden

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Fotos: LDA

(B.Jenisch LDA RPS) Am Dienstag, den 11. Oktober 2016 wurden die großflächig freigelegten mittelalterlichen Baustrukturen an der Deutschordensstraße der Öffentlichkeit vorgestellt. Die seit Mitte April durchgeführten archäologischen Ausgrabungen in der ehemaligen Freiburger Vorstadt stehen kurz vor dem Abschluss. Durch den Bau einer Tiefgarage für ein Pflegeheim und Wohnhäuser im Bereich, wurden baubegleitende archäologische Maßnahmen auf einer Fläche von 3.500 m² notwendig.

Die so genannte Neuburg war eine Stadterweiterung im Norden der mittelalterlichen Stadt Freiburg, die im frühen 13. Jahrhundert entstand. Nach einer planmäßigen Bebauung legte man beim Bau der Festung unter Vauban im 17. Jahrhundert alle Bauten nieder. Eine lockere Bebauung erfolgte erst wieder ab Mitte des 19. Jahrhunderts, so dass archäologische Reste hier weitgehend ungestört erhalten sind. Bislang war die Bebauung dieses Gebietes in erster Linie aufgrund historischer Abbildungen bekannt, erstmals wurden jetzt großflächige Grabungen zur Erkundung der spätmittelalterlichen Bebauung durchgeführt.

Die markanteste Struktur ist ein aus Geröllen aufgeschütteter Straßenkörper, der auf einer Länge von über 50 m im südlichen Bereich der Grabung freigelegt wurde. An zwei Stellen erkannte man Kreuzungsbereiche mit rechtwinklig dazu verlaufenden Straßen. Die Grundstücke an der Straße waren von Mauern eingefasst. Im Süden lag der ehemalige Friedhof der benachbarten St. Nikolauskirche. Nördlich erstreckte sich eine große Freifläche, die im Sickingerplan als Rebland dargestellt ist. Ferner wurden Fundamente und Keller einiger im 13. Jahrhundert errichteter Häuser erfasst.

Bei der Grabung wurde die im 13. Jahrhundert planmäßig angelegte Bebauung dokumentiert. Zusammen mit punktuellen früheren Beobachtungen kann nun ein Teil des ehemaligen Stadtplans der Neuburg rekonstruiert werden. Unsere Straße konnte als Closnergasse identifiziert werden.



Stitchingbild der gesamten Ausgrabungsfläche von Hans-Jürgen van Akkeren

 

Ausschnitt der Rekonstruierten Closnergasse im östlichen Teil um 1350

Durch das Engagement des langjährigen ehrenamtlichen Beauftragten Hans-Jürgen van Akkeren gelang es, diese Baustrukturen zu visualisieren. Herr van Akkeren hat digitale Rekonstruktionszeichnungen der damaligen Anlage und einzelner Gebäude (3 D) in sehr enger Absprache mit dem Grabungsteam und dem zuständigen Gebietskonservator geschaffen.

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Rekonstruktion der mittelalterlichen Vorstadt Freiburg-Neuburg um 1350
(© Hans-Jürgen van Akkeren)


 

 

 

 

Denkmalreise Staatssekretärin Katrin Schütz - Ausgrabung Freiburg-Neuburg am 9. Sept. 2016

Freiburg, 9. September 2016

Staatssekretärin Katrin Schütz unternahm eine viertägige Denkmalreise durch die vier Regierungsbezirke des Landes

Letzte Station Freiburg-Neuburg

Staatssekretärin Katrin Schütz startete am 6. September 2016 eine viertägige Denkmalreise durch alle vier Regierungsbezirke des Landes. Ihr Schwerpunkt galt in diesem Jahr dem bürgerschaftlichen und ehrenamtlichen Engagement zum Schutz und der Pflege von Denkmalen.

Schwerpunkt der Denkmalreise für Katrin Schütz war, den ehrenamtlichen Menschen im Land zu Danken und ihnen ihre Wertschätzung für ihre Arbeit und ihren Einsatz entgegenzubringen und ihnen für ihr Engagement zu danken. „So haben auch die nachfolgenden Generationen die Chance, kulturelles Erbe als Geschichte zum Anfassen zu erleben.“

Auf ihrer viertägigen Reise besuchte sie unter anderem das Mausoleum in Weinheim, die Volkssternwarte in Karlsruhe-Rüppurr, die Burgruine Hohenrechberg, die Markthalle in Stuttgart, das Freilichtmuseum Villa Rustica in Hechingen-Stein, die Schlosskirche Haigerloch, eine Güterhalle aus dem Jahr 1873 in St. Georgen und die archäologische Ausgrabung der mittelalterlichen Vorstadt Freiburg-Neuburg.

Archäologische Ausgrabung der mittelalterlichen Vorstadt Freiburg-Neuburg (B. Jenisch LAD)

Auf dem Gelände des ehemaligen Heiliggeiststifts entsteht entlang der Deutschordensstraße eine private Wohnbebauung durch die Treubau Freiburg.

Durch den Neubau eines Pflegeheims und Wohnhäusern im Bereich der so genannten Neuburg, einer Stadterweiterung der mittelalterlichen Stadt Freiburg, werden baubegleitende archäologische Maßnahmen notwendig. Durch den Bau einer Tiefgarage auf dem Grundstück des ehemaligen Pflegeheimes Heiliggeiststift wird die dort zu erwartende archäologische Substanz beseitigt.

Im Baufenster sind auf einer Fläche von über 3000 m² archäologische Relikte der bis in das frühe 13. Jahrhundert zurückreichenden mittelalterlichen Bebauung zu erwarten. Unter anderem befand sich an der Stelle die Kommende des Johanniterordens mit Kirche, Friedhof und Wirtschaftsgebäuden. Historische Abbildungen ließen vermuten, dass insbesondere im nördlichen Bereich des Bauvorhabens eine historische Freifläche lag, die als Ackerland und zum Anbau von Reben genutzt worden ist. Im Süden ist hingegen eine dichte Bebauung entlang einer Straße zu erwarten. Die Baustrukturen der Vorstadt wurden im frühen 17. Jahrhundert niedergelegt und das Gebiet wurde erst wieder ab dem 19. Jahrhundert besiedelt. Im südlichen Bereich der Grabung zeichnet sich ein Straßenkörper ab, an dem sich Häuser reihen, die offenbar im 13. Jahrhundert errichtet worden sind.

Nach Mitteilung des Landesamtes für Denkmalpflege werden die Arbeiten plangemäß bis Mitte Oktober abgeschlossen (Sachstand: Juli 2016). Es sind weitere spannende Erkenntnisse zur Freiburger Stadtgeschichte zu erwarten.

In Freiburg hat sich bedingt durch die rege Bautätigkeit im Jahr 2016 ein Schwerpunkt der Archäologischen Denkmalpflege ergeben. Allein fünf Grabungen werden in diesem Jahr, cofinanziert durch Drittmittel der Vorhabensträger, durchgeführt.

Obwohl in Freiburg weit über 300 archäologische Aufschlüsse vorliegen, ist es an der Johanniterstraße erstmals möglich, großflächig das Gebiet einer Vorstadt zu untersuchen. Aufgrund der fehlenden neuzeitlichen Überprägung haben sich die Infrastrukturmaßnahmen aus der Zeit der Erschließung erhalten. Elemente der mittelalterlichen Stadtplanung und Siedlungserschließung werden so fassbar.

Darstellung des Bezugs zum Schwerpunktthema „Bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement bei Schutz und Pflege von Denkmalen“ (B. Jenisch LAD)

Durch das Engagement des langjährigen ehrenamtlichen Beauftragten Hans-Jürgen van Akkeren gelang es, diese Baustrukturen zu visualisieren. Herr van Akkeren hat digitale Rekonstruktionszeichnungen der damaligen Anlage und einzelner Gebäude (3 D) in sehr enger Absprache mit dem Grabungsteam und dem zuständigen Gebietskonservator geschaffen.

Freiburg-Neuburg Hans-Juergen van Akkeren

Besichtigung der Grabungsstelle

Nach der Begrüßung durch Marianne Haardt, Stiftungsdirektorin konnten sich Staatssekretärin Katrin Schütz, erster Bürgermeister Otto Neideck und die Führungskräfte des Landesamtes für Denkmalpflege, an der Spitze Präsident Professor Dr. Claus Wolf, ein Bild von der Grabungsstelle machen.

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Dr. Bertram Jenisch (Gebietskonservator Fachbereich Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit) erläuterte, dass im Dreißigjährigen Krieg die Vorstadt schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde und nach der französischen Besetzung, Festungsbaumeister Vauban 1677 die Vorstadt schleifen ließ, um Platz für den Nordteil des Festungsrings zu schaffen. Die Franzosen zogen 1745 aus Freiburg ab und sprengten die gesamten Festungsanlagen. Die Wiederbesiedelung des Gebietes erfolgte erst wieder um 1825. Während den Ausgrabungen konnte festgestellt werden, dass Teile der mittelalterlichen Straßenbebauung im Untergrund erhalten blieben, da durch die Wiederbebauung der Vorstadt im 19. Jahrhundert ein neues Straßennetz angelegt wurde.

Nach der Führung durch die Grabung des Archäologen Andreas Gross (M.A.) und Grabungstechnikerin Inga Willmes stellte Hans-Jürgen van Akkeren seine digitale 3D-Rekonstruktion der damaligen Anlage Neuburg und seine Arbeitsweise vor Ort vor.

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Fotos: Johanna van Akkeren


 

SWR: Die Freiburger Stadtbächle gibt es schon seit fast 900 Jahren

Die Freiburger Stadtbächle gibt es schon seit fast 900 Jahren

Wasserleitungssystem im Mittelalter, ein Filmausschnitt des SWR Fernsehen Landesschau Aktuell

freiburger stadtbächlesystem seit fast 900 jahren
Interview mit Dr. Bertram Jenisch, Landesamt für Denkmalpflege RPS/Freiburg (SWR)


SWR.DE | Ausgrabungen zeigen Freiburger Stadtgeschichte: Wasserleitungen im Mittelalter


 

07.08.2016 Burgführung auf der Ruine Lichteneck um 15 Uhr

Burg-Lichteneck von Hans-Juergen van Akkeren Juni 2016
Foto: Hans-Jürgen van Akkeren Juni 2016

Burgführung auf der Ruine Lichteneck bei Kenzingen-Hecklingen mit Hans-Jürgen van Akkeren

Am 7. August 2016. Beginn 15 Uhr.

Die Kilometerweit sichtbare Burgruine Lichteneck in Hecklingen dominiert die Rheinebene im Brereich der sogenannten Riegeler Pforte. Am Sonntag, den 7. August, besteht wieder Gelegenheit zu einem Rundgang auf dem historischen Gemäuer. Mit spannenden Geschichten entführt Burgführer Hans-Jürgen van Akkeren die Besucher in die Geschichte der Lichteneck.

Parkmöglichkeiten gibt es direkt vor den Toren der Ruine. Für Wanderer führt ein Fußweg etwa zehn Minuten am unteren Schloss zur Lichteneck hinauf.

Treffpunkt ist oben auf der Burg. Beginn der Führung um 15 Uhr.

Veranstalter: Förderverein zur Erhaltung der Burgruine Lichteneck e.V.

Preise: Erwachsene 4,-€  Kinder 1,50 €

Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich!


 

15.-17. Sept. 2016 Tagung: Die Zähringer

 

Anmeldfrist endete am 2. Sept!

 

 

TAGUNG


Donnerstag–Samstag, 15.–17. September 2016

Die Zähringer

Rang und Herrschaft um 1200


Die Tagung zielt darauf ab, vor allem die letzten Jahrzehnte der Zähringer, nämlich die Zeit Bertolds V. (1186–1218), näher in den Blick zu nehmen. Sie wird eine historiographiegeschichtlich kritische Einordnung der bisherigen Zähringerforschung vornehmen, die Früchte langjähriger landesgeschichtlicher Grundlagenforschung resümierend neu akzentuieren und in inter disziplinärer Perspektive eine Neubewertung der Zeit der späten Zähringer vornehmen.


1. Zähringer-Geschichten Mit Beiträgen von Heinz Krieg, Clemens Joos, Thomas Zotz, Claudius Sieber-Lehmann, Casimir Bumiller,

2. ‚Herrschaft‘ zwischen personalen Bindungen und Raum (um 1200) Tobie Walther, Petra Skoda, Gerhard Lubich, Erik Beck, Armand Baeriswyl, Martina Stercken, Clemens Regenbogen,

3. Der Rang der Zähringer um 1200 im reichsfürstlichen Kontext Jörg Peltzer, Robert Gramsch, Tobias Weller, Rudolf Denk, Michael Matzke, Alfons Zettler, Katharina Christa Schüppel,
Sebastian Bock,

4. Das Jahr 1218 – Aushandlungsprozesse und Akteure Jürgen Dendorfer, Mathias Kälble, Michael Kolinski, Eva Maria Butz, Knut Görich. Öffentlicher Abendvortrag
Freitag, 16. September 2016, 19.30 h
Hans W. Hubert: Das Münster Bertolds V. im überregionalen Vergleich (ohne Anmeldung und kostenfrei)

 

Tagungsort: Geistliches Zentrum St. Peter im Schwarzwald

Tagungsbeitrag: 100 Euro (inkl. 3 x Mittagessen, 2 x Abendessen und alle Kaffeepausen)

Tageskarten: je 10 Euro (nur inkl. Kaffeepausen)

Anmeldung: bis spätestens 2. September 2016 beim Alemannischen Institut.

Planung und Organisation: Abteilung Landesgeschichte des Historischen Seminars der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg in Zusammenarbeit

 

Tagungsflyer:

Flyer_S1_Die_Zaehringer_Rang_und_Herrschaft_um_1200     Flyer_S2_Die_Zaehringer_Rang_und_Herrschaft_um_1200

Alemannisches Institut Freiburg i. Br. e. V.
Bertoldstr. 45, 79098 Freiburg i. Br.
Telefon (0761) 150 675-70
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.alemannisches-institut.de


 

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