| Kloster St. Margarethen | |
3D-Rekonstruktion des Klosters St. Margarethen um 1200-1400 von Hans-Jürgen van Akkeren. |
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| Alternativname(n) Schreibweisen |
ad monasterium Uualdkiricha dictum […] in usum puellarum sub regula sancti Benedicti inibi Deo servientium (994); monasterii Silvatensis (1178); monasterium prope villam Waldcilch Constanciensis diocesis in honorem sancte Margarete virginis sub regula sancti Benedicti sanctimonialibus feminis dedicatum (1431); canonici et capitulum ecclesiae collegiate sancte Margarethe in Waltkilch (1437); stiffts sant Marggreden by Waltkilch Costentzer bystums (1443); sanct Margarithen stiffts zu Waldkirch (1770); |
| Landkreis | Emmendingen |
| Gemeinde | Waldkirch |
| Entstehungszeit | 918 |
| Ersterwähnung | 918 |
| Auflösung | 1806 |
| Gründungsstifter | Herzog Burkhard von Schwaben und seiner Frau Reginlind |
| Zugehörigkeit | Benediktiner |
| Erhaltungszustand | Kirche, Wohn- und Verwaltungsgebäude |
| Geografische Lage |
48.09127/7.96320 |
| Höhenlage | 275 m ü. NHN |
Das Kloster St. Margarethen in Waldkirch
Ordensregel: Benediktinerinnen 926-1431. Kollegiatstift St. Margarethen 1431-1806
Kirche, Wohn- und Verwaltungsgebäude sind erhalten
Lage
Das ehemalige Frauenkloster und spätere Kollegiatstift liegt auf einer Hangterrasse am Ausgang des Elztals, unterhalb des Schwarzwaldbergs Kandel. Die im Jahr 1300 zur Stadt erhobene Siedlung entwickelte sich in der Talniederung zwischen dem Stiftsbezirk und der Elz.
Die ungewöhnlich vollständig erhaltenen barocken Stiftsgebäude gruppieren sich um die Stiftskirche St. Margarethen. Reste von Mauern zeigen, dass Kirche und Propstei sowie die Garten- und Hofbereiche der einzelnen Stiftsgebäude jeweils eingefriedet waren. Eine geschlossene Umwehrung des gesamten Stiftsbezirks bestand hingegen nicht mehr.
Östlich des Stiftsbezirks lagen mit der „Küchlinsburg“ und der „Kyffelburg“ zwei befestigte Adelssitze. Die Küchlinsburg wurde im 17. Jahrhundert vom Stiftspropst genutzt, während die Kyffelburg nach 1490 dem Stiftskustos diente. Die Burgen der ehemaligen Klostervögte lagen deutlich vom Ort abgesetzt: die Burg Schwarzenberg südlich und die Kastelburg unmittelbar nördlich der Siedlung.
Das Frauenkloster St. Margarethen von Waldkirch bestand von 918 bis 1431. Von 994 bis zu seiner Auflösung war es ein Reichskloster. Ab dem frühen 12. Jahrhundert sind die Herren von Schwarzenberg als Vögte des Klosters nachweisbar. Sie gehörten demnach zur Reichsministerialität. Im 14. Jahrhundert gerät das Kloster in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Gründe hierfür sind u.a. : Rückgang der Bevölkerung ab 1348, relativer Rückgang der Einnahmen durch Naturalabgaben, Aneignung klösterliche Rechte und Abgaben durch die Vögte. Trotz des Verkaufs der meisten Güter außerhalb des Elztales starb die letzte Äbtissin, Anna von Üsenberg, „in bitterer Armut“. Der Konvent hat offenbar nie mehr als fünf Nonnen umfasst. Aus diesem Grund waren auch nur kleine Konventsbauten vorhanden.
Die Pfarrer der Waldkircher Kirchen St. Peter, St. Martin und St. Walburga übernahmen 1431 den Besitz und gründeten ein Chorherrenstift. Sie schafften es, das Stift wirtschaftlich zu sanieren. Im 18. Jahrhundert wurde die St. Margarethenkirche durch Peter Thumb neu erbaut, anschließend alle Wohn- und Verwaltungsgebäude. Dadurch ist ein baulich geschlossener Stiftsbereich entstanden, der bis heute erhalten ist.
Geschichte
| 918 | Das Kloster St. Margarethen und Maria wird in Waldkirch durch den Herzog Burkhard von Schwaben und seiner Frau Reginlind gegründet. |
| 994 | Das Kloster kommt durch Erbschaft an das Reich und wird somit ein Reichskloster. Das Kloster St. Margarethen wird am 22. Dezember 994 Reichskloster König Otto III. war über eine Erbschaft von Burkhart II. und Hadwig in den Besitz des Klosters in Waldkirch gelangt. Im Dezember 994 hält sich Otto III. in Sasbach am Kaiserstuhl auf und nimmt am 22. Dezember das Kloster St. Margarethen in Waldkirch offiziell als Reichskloster unter seinen Schutz. Damit bestätigte Otto III. die Rechte des Klosters an die bisher besessenen Güter und Freiheiten und den königlichen Schutz. Durch die Ernennung zum Reichskloster wird das Kloster St. Margarethen in Waldkirch den Klöstern Reichenau und Corvey gleichgestellt. |
| 11. Jh. | Keine Schriftquellen vorhanden. |
| 1178 | Der Besitz des Klosters wird durch Papst Alexander III. bestätigt. Es wird deutlich, dass das Kloster über einen geschlossenen Besitz im Elztal verfügt, sowie über weiteren Besitz im Breisgau und in der Ortenau. Hierbei handelt es sich um die Kirchenrechte und einen Fronhof in den Gemeinden Denzlingen, Hartkirch und Wendlingen (heute Freiburg- St.Georgen), Ihringen, Gündlingen, Wyhl, Bötzingen, , Oberschaffhausen Wöllingen (Wüstung bei Endingen), Tutschfelden, Hugsweier. |
| Ab 1322 |
Verkauf der Güter außerhalb und ab 1394 auch innerhalb des Elztales. |
| 1431 | Anna von Üsenberg stirbt. Da keine Nonnen vorhanden sind, wird das Kloster in ein Chorherrenstift umgewandelt. |
Liste der Äbtissinen
Gisela, Tochter von Herzog Burkart von Schwaben
Berta (1217)
Willebirg (1223-1234)
Junta (1264)
Sophie (1284-1305)
Katharina von Stoffeln (1305-1329)
Anna von Schwarzenberg (1345-1380)
Anna von Sulz (1380-1397)
Anastasia, Pfalzgräfin von Tübingen (1397-1412)
Margarethe von Schwarzenberg (1412-1423)
Agathe von Üsenberg (1428-1431)
Text: Andreas Haasis-Berner
Quellen:
- Max Wetzel, Waldkirch im Elztal (1912)
- Hermann Rambach, Waldkirch und das Elztal (1988)
| Literaturhinweis: Das Kloster St. Margarethen in Waldkirch. 500 Jahre klösterliches Leben im Elztal. Waldkirch 2017 Siehe Pressetext: Das Kloster St. Margarethen in Waldkirch |
Film:
Das Koster St. Margarethen, die Keimzelle Waldkirchs.
Kurz-Doku mit Dr. Andreas Haasis-Berner, Archäologe
Link: http://youtu.be/RKwo6zLsxW8
