Burgen im mittelalterlichen Breisgau
Spornlage
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Amoltern - Burgstelle Brunndelbuck
Burg Amoltern Alternativname(n) Brundelbuck Landkreis Emmendingen Gemeinde Amoltern Entstehungszeit 1200 - 1300 Ersterwähnung - Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Erhaltungszustand Burgstall,
FundamentresteGeografische Lage 48.12553/7.67933 Höhenlage 331 m ü. NHN Amoltern (zu Endingen) - Burgstelle Brunndelbuck
ehemalige Burgstelle, nichts ist mehr erkennbarIm Zuge von Flurbereinigungen wurde 1973 im Gewann Brunndelbuck eine ehemalige Burgstelle entdeckt. Sie befand sich auf einem spornförmigen Plateau.
Über die Entstehung der Burg und dem Dorf gibt es keine näheren Informationen.
Quelle:
- Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X, Seite 8
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Au (FR) - ehemalige Burgstelle (Burghöfe)
Burg Au Alternativname(n) bei den Burghöfen Hinweise Zu den Burghöfen,
Mittlerer Burghof,
Unterer BurghofLandkreis Breisgau-
HochschwarzwaldGemeinde Au i. Breisgau Entstehungszeit vor 1344 Ersterwähnung 1344 Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Erhaltungszustand Burgstall Geografische Lage 47.95418/7.82583 Höhenlage 334 m ü. NHN Au (FR) - Burgstelle bei den Burghöfen
ehemalige Burgstelle, nichts ist mehr erkennbar
Lage und Baubeschreibung
Spornlage (sog. "Buck", jedoch nicht auf Karte bezeichnet) mit Viehweide nordöstlich des unteren Burghofes. Der recht kleine Sporn springt nach Nordosten vor. Die für die Kernburg anzunehmende Fläche ist etwa 25 m lang und 11 m breit und reicht am besten für einen Turm aus. Die ältere Literatur erwähnt für 1862 [3] einen Graben und Mauerreste. 1887 wird berichtet, dass vor einigen Jahren Mauerwerk gesprengt wurde. Aufgrund der Härte des Mauerwerks hatte man es zeitweise offenbar aufgegeben, leider jedoch nicht für immer. Der noch anfangs des 20. Jhs. zu sehende Graben ist inzwischen verfüllt. Es deutet sich nahe dem Hofgebäude eine schwache Vertiefung mit lockerer Erde, Steinen, Mörtel und Ziegelstücken an. Offenbar hat sich hier der in der älteren Literatur erwähnte Graben befunden, der inzwischen fast völlig verfüllt ist.
Gesteinsstücke, kleine Ziegelstücke und Kalkmörtel zeigen die ehemalige Bebauung an.
Wo der untere Burghof steht, ist eine Vorburg anzunehmen. Die Spornlage könnte direkt am westlichen Ende des Hofes im Bereich der heutigen Hofzufahrt mit einem weiteren Graben gesichert gewesen sein.
Etwa 150 m weiter westlich befindet sich auf dem Höhenrücken ein Hof; auch bei ihm dürfte es sich um einen ehemaligen Wirtschaftshof der Burg handeln. (H. Wagner)Geschichte
Au (FR) am Schönberg, bei den Burghöfen war Anfang des 20. Jhs. noch ein Burggraben zu erkennen, der den Burghügel gegen Westen vom jetztigen Hof trennte.
Die Burg war im Besitz der Herren von Au, einem örtlichen Adelsgeschlecht und wurde 1344 urkundlich erwähnt. Die Befestigungsanlage wurde von der Familie von Au bis ins 15. Jahrhundert bewohnt. Danach verfiel die Anlage.[1]Erstnennung 1344 "ze Ouwe bi der Burg". Andere Nennungen einer "Burg ze Obhusen" in derselben Quelle 1344 und später dürften nicht auf Au, sondern womöglich auf eine andere Stelle nahe des Schönberggipfels zu beziehen sein.
Im Dez. 1111 schenkte ein Heinrich von Au einen Hof, Haus und andere Besitztümer an das Kloster St. Peter und wirkte auch noch am selben Tag als Urkundenzeuge einer Schenkung. Zwischen 1152 und 1186 schenkte Liutfried von Au einen Weinberg und eine Wiese an das Kloster St. Peter. Die Schenkungen an das zähringische Hauskloster und die Zeugenschaft deuten an, dass es sich um zähringische Ministeriale handelt. Weitere Herren von Au treten bis ins späte 14. Jh. auf. Die in der heimatgeschichtlichen Literatur erwähnten Burgnennungen der Jahre 1480 und 1580 ließen sich bisher nicht verifizieren.
Der in der älteren Literatur (noch 1986) oft behauptete Zusammenhang mit dem Minnesänger Hartmann von Aue lässt sich ebenfalls nicht verifizieren (eher nach Obernau, Stadt Rottenburg, Württemberg gehörig).
Die in der Mitte und der 2. Hälfte des 15. Jhs. auftretenden Teilherren des Dorfes (diverse Schnewlin, Jakob von Bolsenheim) lassen sich nicht eindeutig mit der Burg in Verbindung bringen. (H. Wagner)
Liötfridus miles de Owa und Heiuricus de Owa werden im Rotul. Sanpetr. (Diöc.-Arch. XV, 153 u. 167) erwähnt. Beide schenkten einen Weinberg und eine Matte zu Uffhausen, unweit von Au, an das Kloster St. Peter, Zeitpunkt jedenfalls vor 1203. Das Güterbuch von Güntersthal führt 1344 unter der Rubrik Owe Güter an dem heidigen acker und an dem heide acker an.[3]Archäologische Befunde
Eine Begehung auf dem Burgareal, eine weitere am Hang unterhalb der Burghöfe. Aufgrund der geringen Aufschlüsse liegen nur wenige Funde vor. Unterhalb des Hofes (ehemals Vorburg?) trat vor allem spätmittelalterliche und auch neuzeitliche Keramik auf. Eine kleine Wandscherbe gehört evtl. ins 12. Jh.
Von der Burgstelle selbst stammen drei klein zerscherbte, hoch- bis spätmittelalterliche Wandscherben. (H.Wagner)Quellen:
- Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X Seite 11
- Dr. Heiko Wagner, Au i. Breisgau
- Adolf Poinsignon "Ödungen und Wüstungen im Breisgau" in Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins Bd. 41 / NF 2 (1887) S. 330 "Au bei Freiburg"
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Bahlingen - Burggraben bei der Kirche
Flurname "Burggraben" Alternativname(n) - Landkreis Emmendingen Gemeinde Bahlingen a. K. Entstehungszeit - Ersterwähnung - Burgentyp Höhenburg Erhaltungszustand Burgstall Lage/Bauform Spornlage,
(Kirchenburg ?)Geografische Lage 48.12434/7.73652 Höhenlage 201 m ü. NHN Bahlingen - Flurname "Burggraben" bei der Kirche
ehemalige Burgstelle, nichts ist mehr erkennbarDer südliche und östliche Fuß des steil abfallenden Kirchenhügels trägt den Namen "Burggraben". Der obere bergseitige Abschluß als Burgstelle ist ungewiß, auch die Ausführung und Lage. Wahrscheinlich haben Veränderungen des Reliefs im Zusammenhang mit Friedhofserweiterungen die Reste einer Burg an der Stelle beseitigt.
Als Standort einer mittelalterlichen Burg, wie es die örtliche Legende will, kommt der Bahlinger Kirchenhügel wohl kaum in Betracht.
Quelle: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau 2003, Alfons Zettler und Alfons Zotz (Hg.) I. Nörlicher Teil, Halbband A-K, Seite 14
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Bahlingen - Burgstelle Bürglin
Flurname "Bürglin" und "Burghalde" Alternativname(n) Bürgli Landkreis Emmendingen Gemeinde Bahlingen a. K. Entstehungszeit - Ersterwähnung - Burgentyp Höhenburg Erhaltungszustand Burgstall Lage Spornlage Geografische Lage 48.12041/7.72936 Höhenlage 235 m ü. NHN Bahlingen - Burgstelle "Bürglin"
ehemalige Burgstelle, nichts ist mehr erkennbarFlurname "Bürglin" und "Burghalde"
Die Burgstelle "Bürglin" befindet sich in der Nachbarschaft der Lößhalde unweit der "Burghalde" an der Endinger Straße. Im 18 Jh. der Platz den Namen Eierkuchen: "3 mannshauet Reben heißt das Bürgli allenthalben auf die Straß stoßend... nach denen alten Berainen das Bürglin insgemain aber allhier der Eyerkuchen ganannt."
Eine Burgstelle an diesem Ort, wahrscheinlich älter als der genannte hachbergische Dinghof, ist möglich.
Quelle: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau 2003, Alfons Zettler und Alfons Zotz (Hg.) I. Nörlicher Teil, Halbband A-K, Seite 15
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Bickensohl (Vogtsburg, FR) - Burgstelle
Burg Bickensohl Alternativname(n) Bürglin, Bürgle Landkreis Breisgau-
HochschwarzwaldGemeinde Bickensohl Entstehungszeit vermutlich 12 Jh. Ersterwähnung Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Erhaltungszustand Burgstall Geografische Lage 48.07703/7.64398 Höhenlage 277 m ü. NHN Bickensohl (Vogtsburg, FR) - Burgstelle
Burgstelle erkennbar, keine Ruinenreste
Lage
Die Burgstelle befindet sich auf eienem kleinen Bergsporn ca. 80 m ssw des Rathauses und ca. 100 m sw der Kirche, oberhalb des heutigen Gemeindefriedhofes. Die Topographie der Burgstelle kann man im Gelände noch erkennen. Ruinenreste sind allerdings keine erhalten geblieben.
Einst trug das Gewann den Namen "Bürglin". Auf heutigen Karten ist der Name nicht mehr zu finden.Geschichte
In Bereinen der Klosters St. Peter finden sich 1551 und 1663 die Bezeichnungen Bürglin und uff dem Bürgle.
1048 erscheint der Name Bickensohl (Piccensole) erstmals in einer Urkunde Heinrich III. In einer auf das Jahr 1139 gefälschten Papsturkunde, werden 1180 dem Basler Bistum breisgauische Rechte und Besitzungen bestätigt.
Die Kirche ging 1148 an das Kloster St. Ulrich. Der Streit um die Kirche in Bickensohl ging weiter. Erst im Jahre 1183 kam es zu einem Vergleich zwischen dem Basler Bischof und dem Kloster St. Ulrich unter Mitwirkung der jeweiligen Vögte, des Grafen Bertold von Nimburg, Burkhard von Üsenberg und Gottfried von Riehen.
Im sogenannten Kaiserstühler Krieg stritten sich zu Beginn des 14. Jh. die Herren von Üsenberg mit den Herren von Falkenstein um die Herrschaft Bickensohl. Aus dem Gerichtsurteil von 1321 geht hervor, dass sich Burkhard von Üsenberg im Dorf und Bann Bickensohl, Rechte anmaßte, die ihm nicht zustanden. Die Ortsherrschaft von Bickensohl wurde mit dem Urteil den Herren von Falkenstein zugesprochen.
Im Jahre 1407 verkaufte Kuno von Falkenstein das Dorf für 470 Gulden an den Ritter Hanmann Snewlin von Landeck und an Jakob von Weisweil.
In der Folgezeit ging das Dorf in den Besitz der Herren von Staufen über. Wann dies allerdings geschah, ist unklar. Sicher ist nur, dass Trudbert von Staufen und seine Gemahlin Anna von Fürstenberg den Ort Bickensohl 1461 für 570 Gulden an den Markgrafen Karl I. von Baden verkaufte.Quelle:
- Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X
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Bleichheim - Burg Kürnberg (Kvrinberc)
Kirnburg 
Luftbildaufnahme FLY CAM PROAlternativname(n) Kürnburg,
Burg Kürnberg,
casto Kvrinberc 1219Landkreis Emmendingen Gemeinde Bleichheim Entstehungszeit 1200-1219 Ersterwähnung 1219 Nov. 16 Burgentyp Höhenburg Erhaltungszustand Ruine Lage Spornlage Geografische Lage 48.20427/7.84090 Höhenlage 382,5 m ü. NHN Weblink kirnburg.de Burgführungen kirnburg.de/index.php/
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Grundriss der Burg Kürnberg
(B. Jenisch/H-J van Akkeren 2022)Bleichheim - Burg Kürnberg (Kvrinberc) - heute Kirnburg
Kürn, der Mühlstein
Veranstaltungen siehe: www.kirnburg.de oder www.burg-kuernberg.deBadische-Zeitung: "BZ: Baubeginn war später als gedacht"
Lage
Über mehr als 400 Jahre war die Burg repräsentativer Wohnsitz, Befestigung, Herrschafts- und Verwaltungszentrum im nördlichen Breisgau. Von der einstigen stattlichen Burg Kürnberg zeugen heute nur noch Mauerreste, Geländespuren, einige Schriftquellen und archäologische Funde. Wer sich auf eine Entdeckungsreise einlässt, kann aber auch im Umfeld der einstigen Wehranlage viel Interessantes finden.
Die Ruine der Kirnburg liegt auf 382 m üNN auf dem gleichnamigen Berg (Kurinberc seit 1219) oberhalb Bleichheims über der Einmündung des Kirnbachs in das Tal der Bleiche. Die Burg war das Verwaltungszentrum der üsenbergischen und später vorderösterreichischen Herrschaft Kenzingen und Kürnberg. Die jüngsten Untersuchungen auf dem Burgareal in den Jahren 2019 und 2020 deuten auf eine Entstehung im frühen 13. Jh. und somit in die Regierungszeit von Rudolf I. von Üsenberg hin.
Das 60 x 80 m große Areal der Oberburg und seine Vorburg ist mit mehreren Halsgräben nach Süden gesichert. Über diesen Sporn erfolgte einst der Zugang zur Wehranlage. Im Zentrum der Burg steht als ältestes Element der kurz nach 1200 aus Buckelquadern errichtete, quadratische Turm. Zur ursprünglichen Anlage gehörten ferner eine Ringmauer und ein Torbau, in dem 1219 eine Urkunde ausgestellt wurde.
1352 verkauft Friedrich von Üsenberg die Burg an Heinrich IV. von Hachberg. In dieser Zeit entstanden die Schildmauer und weitere Bauten. 1515 gelangte sie – baufällig und nicht bewohnbar – in den Besitz von Ritter Wolf von Hürnheim, der wohl letzte Baumaßnahmen durchführte. Damals wurde der Palas umgestaltet und mit einem prunkvollen Kachelofen ausgestattet. Nach der Zerstörung 1638 zerfiel die Burg und diente in der Folgezeit als Steinbruch, so dass der einstige Baubestand heute nur noch ansatzweise ablesbar ist.
(Bertram Jenisch/Hans-Jürgen van Akkeren 2022)Grundriss
Die Kirnburg erhebt sich auf einem Sporn in 382 m Höhe, auf dem nach Norden auslaufenden Kirnberg, etwa 500 m südöstlich von Bleichheim. Zu den ältesten Gebäudeteilen zählen auf der Oberburg der Rest des Bergfrieds (1), die vorgelagerte Schildmauer (2), die wenig erhaltenen Mauern des Palas (3), der Burggraben (4) und die südlich liegenden Vorwerke (8, 10 und 12) mit drei weiteren Halsgräben (9, 11 und 13). Der Zugang in die Oberburg (gestrichelte Linie) erfolgte vermutlich über die Vorwerke, dem alten Königssträssle.
Während einer Begutachtung der Vorwerke im April 2020 wurde durch den Verfasser, in seiner Funktion als ehrenamtlich Beauftragter der Archäologischen Denkmalpflege, in den Halsgräben der Vorwerke (9 und 11) ein interessanter Befund dokumentiert. Hierbei handelt es sich um Wiederlager für die Jochbrücken, die über die Halsgräben erbaut wurden. Während im Mittelalter die Gräben aus dem Bundsandstein herausgeschlagen wurden, ließen die Bauhandwerker an den Seitenwänden des Grabens (9) jeweils vier Felspfeiler in gleichem Abstand und gleicher Höhe als Wiederlager für die Brücke stehen. Darüber senkrecht aufgehend der Brückenkopf. In dem südlichen Halsgraben (11) sind noch weitere zwei Wiederlager für eine Brücke erhalten. Dieser Befund bestätigt die These, dass sich der Zugang zur Oberburg über die Vorwerke befunden hat.
Bemerkenswert ist die Breite des Halsgrabens (4) nahe des Bergfrieds von ca. 40 m. Um diesen breiten Halsgraben mit einer Jochbrücke zu überspannen, ist der Graben ohne Unterstützung durch Brückenpfeiler, für die es keinerlei Beleg gibt, zu breit. Das Rätsel ließ sich auch nicht in der 3D-Rekonstruktion der Burganlage lösen. Eine weitere Untersuchung vor Ort lieferte die Antwort. Der Halsgraben, der die Oberburg von den Vorwerken trennte, war vermutlich wesentlich schmäler. Die Untersuchung ergab, dass die südliche Hanglage des Halsgrabens durch Steinbrucharbeiten und zur Gewinnung von Baumaterial abgetragen und dadurch der Halsgraben von ursprünglich 12 bis 14 m Breite, auf 40 m erweitert wurde. In welcher Zeit der Hang als Steinbruch (Bild Kartengrundlage: Schraffur) verwendet wurde, ist bis heute unklar. Vermutlich wurden die Steinbrucharbeiten im 18. oder 19. Jh. durchgeführt.
Zu den jüngeren Bauelementen der Burganlage gehören die Gebäudeteile in der westlichen Unterburg. Diese wurden vermutlich im späten 14. oder beginnenden 15. Jh. errichtet. Den unteren Burghof umschließt im Norden und Westen eine schmale Schildmauer. Unterhalb der westlichen Schildmauer fällt das Gelände nur sehr sanft ab, weshalb in dem Mauerwerk im Erdgeschoss zur Verteidigung sogenannte Schlüsselschießscharten eingebaut wurden. In der umfassenden Schildmauer befinden sich im Nordwesten sichtbare Kellergeschosse eines vermutlichen Wirtschafts- oder Gesindehauses (5). Hinter der nördlichen Schildmauer liegt ein Untergeschoss (6), dass eventuell als Zisterne anzusprechen ist.
An der Westseite des Palas wurde ein nicht definierbarer Gebäudeteil angebaut. Innerhalb dieses Gebäudes liegt an der südlichen Mauer eine Wasserrinne, die beginnend neben dem Toreingang nach Westen verläuft und am Ende nach Norden in diesem Raum abknickt. An der westlichen Außenseite des Gebäudeteils wurde ein Mauerwerk mit zwei Mauerstützen angebaut, das in nördliche Richtung hangabwärts verläuft. Vermutlich diente dieser Bereich als Treppenaufgang von der Unter- in die Oberburg.
(Hans-Jürgen van Akkeren 2022)Archäologischer Befund der Brückenwiederlager für Jochbrücken
Für den Zuweg über die Halsgräben der Vorwerke wurden sogenannte Jochbrücken errichtet. Beim Bau des Grabens ließen die Bauhandwerker auf beiden Seiten des Grabenhangs vier Felsvorsprünge als Brückenwiederlager mit gleicher Höhe und gleichem Abstand zueinander stehen. Widerlager stützen die Seitenenden einer Brücke ab und leiten die auf ihn einwirkenden Kräfte in den Baugrund. Sie bilden den konstruktiven Abschluß der Brücke gegenüber dem nachfolgenden Vorwerk. Die Widerlager zählen zum Unterbau einer Brücke. Fotos der Brückenwiederlager mit Rekonstruktion einer Jochbrücke (siehe Grundriss Nr. 9/11).(Hans-Jürgen van Akkeren 2022)
{joomplu:604 type=detail} {joomplu:603 type=detail} {joomplu:602 type=detail} Herkunft des Namens Kirnburg
Der Berg, auf dem die Kirnburg steht, heißt Kirnhalde. Ein lang gezogener Bergrücken, der nach Westen sanft und nach Osten steil abfällt. Er gab der Burg ihren Namen. Auf der östlichen Seite des Kirnbachtals liegt die gleichlautende Kirnhalden. Im westlichen Bereich vom Erzbuck und dem Holderau fanden sich die ersten Mühlsteine an ihrem Entstehungsort. Interessant ist die Tatsache, dass das alte mittelhochdeutsche Wort für Mühlstein Kürn, Kürne und später Kirn heißt. Die Kirnburg wird erstmals urkundlich am 16. November 1219 als castro nostro Kvrinberc in prima porta supiori (in der Burg Kvrinberc oberhalb des Tores) erwähnt.
Die Geologie des Buntsandsteines in seiner etwa 200 m mächtigen Schichtabfolge stellt den Hauptteil der Gesteine im Bleichtal dar, sie überdecken die darunter liegenden gründig angewitterte Gneise. Eine Vielzahl von Steinbrüchen befinden sich in der Schicht des sogenannten Bausandsteins, der eine Mächtigkeit von etwa 70 m aufweist. Nach oben hin schließen zwei etwa 15 m starke Buntsandsteinschichten die gesamte Schichtfolge ab. Hierbei handelt es sich um das Hauptkonglomerat und den kristallinen Sandstein, die beide stark verkieselt sind und daher zur Felsbildung neigen. Da die untere Schicht des Bausandstein schneller verwittert, bricht der darüber liegende härtere Kristallsandstein als Fels ab und bleibt an den darunter befindlichen Hängen, in den sogenannten Blockhalden liegen.
In diesen Blockhalden entdeckte man die Spuren der mittelalterlichen Steinhauer, die das härtere Rohmaterial für die Mühlsteinherstellung verwendeten. Die vorgefundenen Mühlsteinrohlinge sind während der Herstellung oder beim Abtransport zu Bruch gegangen. Diese für den damaligen Steinhauer bedauerlichen Umstände geben uns heute einen interessanten Einblick in die Herstellung der Mühlsteinproduktion des Mittelalters. Diese Rohlinge sind Zeugnisse einer alten Handwerkskunst, an denen die unterschiedlichen Herstellungsstadien ablesbar sind. Die Größe und Stärke der vorgefundenen Mühlsteine lässt auch die Vermutung zu, dass es eine Norm für Ober- und Untersteine gab. Bisher wurden an drei verschiedenen Stellen Untersteine mit einem Durchmesser von ca. 120 cm und 60 cm Stärke entdeckt. Die Obersteine hatten einen Durchmesser von ca. 104 cm und 30 cm Stärke. Die Lochungen in den Obersteinen wurden erst vor Ort der Mühlentechnik angepasst.
(Hans-Jürgen van Akkeren 2022){joomplu:551 type=thumbnail} Burg Kürnberg um 1250 - 3D-Rekonstruktion H-J. van Akkeren © 2022 Mühlsteinfunde im Bleichtal:
{joomplu:231 type=detail} {joomplu:228 type=detail} {joomplu:188 type=detail} {joomplu:229 type=detail} Fotos: H-J van Akkeren
Geschichte
1155 Nov. 27 Regelung des Grenzverlaufs Bleich (Gewässer, Bach im Bleichtal) zwischen der Ortenau und dem Breisgau. Kaiser Friedrich I. bestätigt der bischöflichen Kirche in Konstanz alle seither erworbenen Güter und Rechte unter Angabe der Grenzen des bischöflichen Sprengels, der dem Bischof und Capitel zustehenden Güter, des bischöflichen Forstbezirks und einiger anderer dem Bistum verliehenen Begünstigungen.
Sprengel = Amts-, Verwaltungsbezirk; Dienstbereich; Bezirk, der einem Geistlichen untersteht, der ihm zum Ausüben seines Amtes zugeteilt ist
Quelle: Wirtembergisches Urkundenbuch, ed. Königliches Staatsarchiv 18581161 Burkhart I. von Üsenberg (1161-1203) wird als Zeuge der Tennenbacher Klostergründung erwähnt. 1200 Die Herren von Üsenberg erhalten die Vogtei über die Güter des Stiftes Andlau. Der Bau der Burg Kürnberg beginnt um 1200, nicht wie bisher angenommen um 1160 durch Burkhart I. von Üsenberg. Neueste Forschungen ergaben, dass Rudolf I. von Üsenberg als Erbauer der Burg Kürnberg um 1200 anzusehen ist. 1203 Ersterwähnung castri Chornberc(Der Kastenbuck, ein befestigter Kornspeicher unterhalb der Burg Kürnberg). Bertold der 8. Abt des Klosters St. Peter sichert sich durch diese Beurkundung das Eigentum des Klostern, welches sich am benachbarten Hang zum castri Chornberc befindet. In dieser Urkunde werden die hörigen Zeugen Konrad und Bertold (beide Kellerer) des Burkart von Üsenberg erwähnt: Conrad & Berth. ambo cellerarii domni Bvrchardi de Osinberc...
Quelle: Rotulus Sanpetrinus 1203, GLA KA Signatur 66 Nr. 73991219 Die Burg Kürnberg wird am 16. November 1219 erstmals urkundlich erwähnt, in casto nostro Kvrinberc in prima porta... urkundet Rudolf (I.) von Üsenberg. Rudolf von Üsenberg überlässt dem Kloster Tennenbach einige Güter in Langenbogen für einen jährlichen Zins von 6 Pfennig.
(Quelle: Ausf. Karlsruhe, GLA 24/946; ZGO 9 (1858) S. 230; FUB 1 Nr. 164)1242 Erste Erwähnung des Klosters Wonnental. 1244 Kloster Wonnental erhält von den Üsenbergern den Meierhof zu Amoltern. 1248 1248, Oktober 16 schenkt Rudolf von Üsenberg dem Kloster Wonnental zum Seelenheil seines verstorbenen Bruders Burchard das Allod, das er von Walther miles von Falkenstein gekauft hatte und das nahe beim Kloster liegt.
Zeugen: Der Abt von Tennenbach, der Propst von Straßburg, Sigebot, Priester von Kenzingen, Walther von Falkenstein, Berthold Truchseß von Riegel, .. miles, gen. Ruobarius, Albert, gen. Ruobarius, .. miles, gen. Schrot, Johannes, miles von Kenzingen. - S: d.A.
(Quelle Ausf. Karlsruhe, GLA 25/2)1249 Rudolf II. von Üsenberg gründet die Stadt Kenzingen, befestigt sie mit starken Mauern, doppeltem Graben und zwei Türmen. Verleihung der Stadtrechte. 1256 Die Üsenberger und die Stadt Kenzingen verleihen am 4. Juni 1256 dem Kloster Wonnental das Recht an der Elz eine Mühle zu bauen. Die Mühle wurde nie gebaut.
(Quelle: Karlsruhe, GLA 25/36)1259 Rudolf II. von Üsenberg stirbt, er wird im Gotteshaus des Klosters Wonnental begraben. 1283 Kenzingen, Bestätigung des Stadtrechts durch König Rudolf von Habsburg und die Üsenberger. 1283 1283, Juli 6 Hesso und Rudolf von Vesenberg bestätigen die Rechte und Freiheiten der Stadt Kenzingen, die dieser Rudolf von Vesenberg sel., Hessos Oheim und Rudolfs Vater, der den Ort 1249 zu befestigen begonnen hatte, und König. Rudolf verliehen hatten.
Siegel: Hesso und Rudolf von Vesenberg, B. Konrad von Straßburg, M. Heinrich von Hahberg, Gf. Egen von Friburg, Gf. Heinr[ich] von Veldenze (Siegeltyp 2, besch.), Heinr[ich] (Siegeltyp 1, besch.) und Walther von Gerolzegge, Brüder, Johann und Wilhelm von Swarzenberg. 1283, secundo Nonas Julii. Ausf. Kenzingen, Stadt-A.
( Quellen: Foto der Ausf. Karlsruhe, GLA 21/4297 - Kop. (1723, September 28) Ebd. 21/4296 Maurer, Urkunden Uesenberg S. 237ff. ZGO 10 (1859) S. 104 - RBStrbg 2 Nr. 2134)Um 1290 In diese Zeit um 1290 fällt die Teilung der Herrschaft Üsenberg in die "untere" und "obere" Herrschaft der Üsenberger.
1293 1293, April 23, Kenzingen Rudolf III von Vesenberg und seine Frau Adelheid verkaufen dem Kloster Tennibach 60 Juch Acker in wiswiler banne, die der Hardener und Berthold Salzbrot von ihnen für eine Gült von 20 mutte, d.s. 6 mutte Weizen, 7 mutte Roggen, 7 mutte Gerste, und 6 Hühner hatten und die Albrecht Bro eteli als ledig aufgegeben hatte, für 60 Mark Silber Freiburger Gelöts und verzichten auf alle Rechte an den Gütern, wie Kornschneiden am Weg (unde daz sniden umbe die wege nah dem spere durch den korn ze hardern allenthalben irs gutes un irs eigens) und auf das Recht der Banngarben (bangarbe). Auch soll der Bannwart ihr Korn hüten wie das der übrigen Bauernschaft. Zeugen: Abt Meinwart von Tennenbach, Bruder Heinrich der Prior, der ze Friburg schuelmeister was, Bruder Heinrich Beging der grosse kelner, Bruder Konrad Rigalde, Bruder Rudolf schuelmeister ze kenzingen, Herr Ulrich der zolner ein ritter, Rudolf von Ringesheim, Werner Milenbach, schultheisse ze kenzingen, Konrad der Cramer, Berthold der voget, Hug von Maltertingen, Rudolf der keger, Abreht der Cramer, Berthold Stehelli, Cuenzi der Rueber. S: M. Heinrich von Hachberg (ab), Rudolfs Bruder Hermann von Gerolzzegge, d.A. (Umschr. leicht besch.) und die Stadt Kenzingen. ze Kenzingen in der stat, 1293, an sante Georigen tag des marterers.
Ausf. Karlsruhe, GLA 24/1232, dabei 2 Kopp. 1701, April
op. 14. Jh. Tennenbacher Güterbuch S. 196/97
Maurer, Üsenberg S. 1931293 1293, Juli 21, Kenzingen Rudolf III von Vesenberg verkauft dem Ritter Dietrich von Túslingen, Schultheiß in Freiburg, eine Gült von 30 Mark Silber von der stúre von den burgern und der statt ze Kenczingen gemeinlich für 378 Mark Silber Freiburger Gewichts und behält sich den Rückkauf innerhalb von vier Jahren nach dem nächsten Osterfest vor. Zeugen: der Koler, Walther und Gerhard, die Schultheissen von Endingen, Johann und Hermann von Wisswil, Egenolf Kuechli, Burkart der Turner, Johannes Slegelli und Konrad Toeldeli. S: d.A., M. Heinrich v. Hachberg, Gf. Egen von Friburg, Hesso, min(es) vetter von Vesenberg, Hermann, min(es) bruoder von Geroltzegg, und die Bürger von Kenczingen. ze Kenczingen, 1293, an dem nehsten zinstag nach sant Margarethentag.
Kop. vid. 1381, Oktober 21 (Notar Johannes Bergschreiber - scriptormoncium -, Freiburg) Karlsruhe, GLA 21/4315
Hefele, FreibUB 2 Nr. 144 (mit Bemerkungen zum Datum) RMBad 1 Nr. h961293 1293, Dezember 19, Kenzingen Rudolf III von Vesenberg beurkundet, gegenüber der Stadt Kenzingen auf das Recht verzichtet zu haben, dreimal im Jahr, d.i. zu Weihnachten, zu Ostern und zu Pfingsten vierzehennacht vor den Festen, Bannwein aufzulegen (den ban so wir úber den win... haton). S: M. Heinrich von Hahperg (leicht besch.), Gf. Heinrich von ve aldenze (ab), Gf. Egenvon friburg (frgm.), Walther und Hermann - sein Bruder - von Gerolzeke (beide ab), Wilhelm von Swarzenber (Swarzenbe arg) (st. besch.) und d.A. (ab). 1293, an dem ne ahsten sammestage vor sante thomans tage dez zwelfboten.
Ausf. Kenzingen, Stadt-A., Urk. 4 - Foto Karlsruhe, GLA 21/4299
Maurer, Üsenberg S. 246
Kopfreg. Mitt. d. Bad. Komm. 7 (1886) S. 92; beigebunden an ZGO 40 (1886)1298 Nach der Die Schlacht bei Göllheim wird Kenzingen österreichisches Lehen, bleibt aber in den Händen der Üsenberger. 1300 1300, Januar 30, Freiburg Gf. Egen von Freiburg und sein Sohn Konrad beurkunden ihre Versöhnung mit der Stadt Freiburg. Vermittler waren Burchart der wisse Beger, Bertolt Sermenzer von Nüwenburg, sein Bruder Jakob, Dietrich von Túselingen, Egenolf Kuchelin, Johannes Snewelin und Götfrid von Sleztat.
Siegel: d. 2 A., die M. Heinrich und Rudolf von Hahberg, Hesso und Rudolf III von Üsenberg, Heinrich und Walther von Gerolzegge [braune Wachs-Rundsiegel an roten Schnüren], Johannes und Wilhelm von Swarzenberg und die sieben Schiedsrichter. 1300, an dem nehsten Samestage vor unserre frowen tage ze der Liehtmes.
Ausf.1 Karlsruhe, GLA 21/3021
Ausf.2-4 Freiburg, Stadt-A., A 1, II c Reinhard, Pragmatische Geschichte..., Urkundenbuch Nr. 8 - Hefele, FreibUB 2 Nr. 280 (nach Ausf.2-4)
Am selben Tag Gegenrevers der Stadt Freiburg mit erhaltenen Siegeln der Geroldsecker. Ausf.5 Karlsruhe, GLA 21/3022 - ZGO 11 (1860) S. 236ff1300 1300, Dezember 5 Heinrich von Rapoltstein, Ulrichs sel. Sohn, verkauft - da er noch minderjährig ist, mit willen und gehellvnge Gf. Konrads von Friburg, seines salmans, - eine Gült von 3 Mark auf dem nidern hovf ze Langenbogen, die von seinem oe hein sel., Heinrich von Geroltseke herkommt, für 30 Mark Silber an das Kloster Thennibach. Er verzichtet auf ale Rechte an dem Gut, insbesondere auf die Anfechtung des Verkaufs, weil er noch vnder fvinf vnd svenzig jaren ware. Zeugen: Ulrich, gen. Zolner von Kênzzingen, Konrad, gen. der Rvober schvltheisse, Werner Milenbach und sein Sohn Albrecht, Hugo von Maltertingen und sein Sohn Hug, Heinrich Hvnolt, Berthold Stehelli, Konrad der kramer und sein Bruder Albrecht, Bürger von Kenzzingen.
Siegel: d.A., Gf. Konrad von Friburg, Hesso und Rudolf (frgm.) von Vesenberg und Schultheiß und Rat von Kenzzingen. ze Kenzingen vnder der richlovbun, 1300, an sante Nicolaus abent.
Ausf. Karlsruhe, GLA 24/949 ZGO 11 (1860) S. 246f - RapUB 1 Nr. 234
Regest im Manuskript Kindler von Knoblochs GLA 65/2009 f. 60 (Nr. 56)
Erw. Ruppert, Mortenau S. 851306 Hugo von Üsenberg verpfändet den Bürgern von Kenzingen seine Leute zu Herbolzheim, Münchweier, Nordweil und Hausen (Rheinhausen) um jährlich 13-1/2 Mark Silbergeld.
Heinrich Maurer, Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums und Volkskunde 1880 Seite 2541315 Hugo von Üsenberg (†1343) regelt die Herrschaftsnachfolge für die Stadt Kenzingen. 1318 Hugo von Üsenberg überlässt den Bürgern von Kenzingen den inneren Stadtgraben zu ihrem Eigen.
Heinrich Maurer, Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums und Volkskunde 1880 Seite 206
1330 Bestätigung der Stadtverfassung Kenzingen durch die Üsenberger. 1331 Hesso IV. von Uesenberg übergibt seine Rechte an Sulzburg dem Grafen Egon IV. von Freiburg. Durch Egon kommt die Stadt an die Herren von Staufen.
Stadtgeschichte Sulzburg, Band I, II und III.1331 Im 13. und 14. Jahrhundert gab die Burg Kürnberg einer wohl aus Schweighausen stammenden niederadligen Familie, die ein eigenes Siegel führte und in Schweighausen lehen der Geroldsecker besaß, ihren Namen: den Meiern von Kirnberg (Meger von Kuerenberg 1365; vgl. 1304: Johannes der meiger von Sweghvsen).
1219 erstmals mit Cuno von Scheighausen erwähnt, waren diese Meiger die Schultheißen von Kenzingen, im Erbgang bis etwa 1368.
Im Jahr 1331 übertrug Hugo von Üsenberg, Herr zu Kürnberg und Kenzingen, "dem edlen knecht Johannsen der meiger von Kürnberg, seinem vogt", einen in Bleichheim gelegenen Hof (heute Schloss Kageneck), eine Mühle (heutige Waiblingsmühle) anstatt 24 Mark Silber, die er demselben für zwei von ihm gekaufte Pferde schuldete. Außerdem verkauft er ihm zŭ einem rechten Bŭrckhlehen, Zwey heüser zŭ Kürnberg zu unser Vorbŭrge(Kastenbuck), das hinderst on eins und das vorderst on eins, unnd die Mille(Mühle) der man spricht Scheüblins Mülle mit allen Zŭgehörde, sowie die öfnung zu Kürnberg und fischen in der Bleicha".(GLA 21/ Nr. 7491; Rappoltsteinisches Urkundenbuch Bd. 1; Nr 422). Transkription der Urkunde von H-J. van Akkeren
Literatur Hinweis: "Die Meiger von Kürnberg, Gefolgsleute der Üsenberger" von Georg Kirnberger
Wappen der Meiger von Kürnberg
1338 »Ewiges Bündnis« mit der Stadt Freiburg. Hugo von Üsenberg verspricht, die Sadt Kenzingen und die Kirnburg niemals zu veräußern. 1342 Die Üsenberger beanspruchen die Gerichtsbarkeit für die Einwohner von Herbolzheim, Münchweier, Bleichheim, Nordweil, Bombach, Altenkenzingen, Hausen und für die Bürger der Stadt Kenzingen.
Das Wappen der Üsenberger in der "Züricher Wappenrolle" von 1340.
Züricher Wappenrolle - Pergamentstreifen II Rückseite1350 Friedrich von Üsenberg erweitert für die Summe von 150 Mark Silber die Stadtfreiheit der Stadt Kenzingen und gibt das Recht zur Bildung von Zünften. 8 Zunftleute sollen in den Rat der Stadt Kenzingen. Verleihung des Hochgerichts innerhalb des erweiterten Stadtgebietes Kenzingens. 1352 verkaufte für 2440 Mark Silber der letzte Kenzinger Üsenberger Friedrich († 1354) die Burg Kürnberg mit seiner Herrschaft, die seit 1298 österreichisches Lehen war, an seinen Schwager Heinrich IV. Markgraf von Hachberg, der vorübergehend auf der Burg residierte. Dieser bestätigt die Rechte der Stadt Kenzingen, anerkennt aber nicht die seit 1298 bestehende österreichische Lehenhoheit.
Friedrich von Üsenberg hätte die Burg und die Stadt Kenzingen nicht verkaufen dürfen, da diese seit 1298 den Habsburgern gehörte und die Üsenberger seit 1298 diesen Besitz nur zu Lehen inne hatten.
Siehe 1298 Schlacht bei Göllheim und 1365 - Markgraf Heinrich IV. von Hachberg vor dem kaiserl. Lehensgericht.1354 Friedrich von Üsenberg stirbt ohne männliche Nachkommen. 1360 1360, September 28 belehnt Heinrich von Geroldseck von Tübingen die Brüder Henselin und Hartmann Meiger von Kürenberg mit den Lehen in Schweighausen, darunter ein Lehen zum Kilchofe, genannt Wagners Lehen, da die kirch und des pfaffen huße uffstant.
Ausf. Karlsruhe, GLA 44/6139
Bühler, Geroldseck S.1041365 Markgraf Heinrich IV. von Hachberg klagt vor dem kaiserlichen Lehensgericht.
Ergebnis: Kenzingen und die Kirnburg bleiben Rudolf von Österreich unterstellt.1363 bis 1365 Am 14. Nov. 1363, 13. Nov. 1364 und am29. Nov 1365 verpflichten sich die Brüder Hensli und Hartman Meyger von Kürnberg (Kürenberg), daß sie für 100 fl. Dienstgeld auf 1 Jahr Helfer der Stadt Freiburg (Friburg) im Breisgau (Brisgow) gegen jedermann geworden sind, ausgenommen gegen die Herren v. Üsenberg, v. Geroltzegg, von Tübingen (Tüwingen), Graf Hug v. Fürstenberg und das Gotteshaus von Ettenheim.
S. d. AA. f.
Ausf. Perg. StadtA. Freiburg i B. II b Nr. 62
Druck: Schreiber, Urkundenbuch 1, 2 Nr. 257.1369 Die Stadt Kenzingen fällt endgültig an Österreich, Colmarer Freiheitsbrief.
Die Stadt darf selbst Schultheiß ernennen und Stadtrechte erlassen. Herzog Leutpold von Österreich gibt der Stadt eine neue Verfassung und verspricht den Bürgern Freiheitsbestätigungen vom Kaiser zu erwirken.
Kaiser Karl IV. befreit die Stadt von der Reichsacht und untersagt ihre Verpfändung. So wurde Kenzingen, die Kirnburg und die dazugehörigen Dörfer dem Hause Habsburg zugesprochen und gehörte bis 1815 zum Verband der vorderösterreichischen Lande an.1372 1372 fiel auch die Burg endgültig an das Haus Österreich. 1387 Die Stadt Kenzingen gelobt nach der Wiedervereinigung der österreichischen Lande unter Herzog Albrecht diesem und seinen Nachfolgern Treue auf Geheiß des Herzogs Leopold. Die Urkunde wird in Kenzingen ausgestellt.
Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 21 Nr. 4347
1392/93 Markgraf Hesso I. von Hochberg erwirbt einen Teil des Uesenbergischen Besitzes, darunter auch Sulzburg. Eine Urkunde von 1401 nennt Hesso als Herrn von Sulzburg.
Stadtgeschichte Sulzburg, Band I, II und III.1393 1393 Apr. 29 (Di. v. Meitag) Susanna v. der Dicke geb. v. Geroltzegke), Witwe des +Walter v. der Dicke, schenkt zu ihres Gemahls und ihrer Jahrzeit dem Kl. Wonnental (Wunnental) bei der Stadt Kenzingen (Kentzingen) im Breisgau (Brißgowe) zu Seelgerät genannte Zinse zu [Jechtingen], die von + Rudolf v. Bergheim (Berghin) an ihren Gatten und sie gefallen sind.
S. d. A . f.
Ausf. Perg. GLA 25/15: Vermutung im DV, daß die Güter zu Jechtingen gelegen sind.1402 1402, November 4 verkaufen Hans Meiger von Kürnberg und seine Ehefrau Anna von Tiersperg dem Hanmann Büchsenschiesser von Kenzingen eine Gült von 6 fl. jährlich, die sie bisher von dem Weisweiler Hof in Wagenstadt bezogen haben.
Siegel: Hans Meiger und Hans Zund.1404 1404 Febr. 11 (Mo. n. der pfaffenvastnaht) Schultheiß, Bürgermeister und Rat zu Kenzingen entscheiden mit Rat des Dietrich Snewelin in der Mißhelle zwischen dem Abt zu Alpirsbach (Alperspach) und Vogt, Zwölfer und Gemeinde des Dorfes Bleichheim (Bleicha) wegen der Gült von 60 ƒâ und 50 Mut Roggen, die +Hug v. Vesenberg dem +Walter v. Geroldseck (Gerolczegg) zu seiner Tochter Clore für 350 M. S. Freiburger (Friburger) Ehesteuer und Zugeld verschrieben hatte.
ZGO 21 (1868), S. 220 ff.1407 1407 Apr. 26 Heinrich v. Geroltzecke, Herr zu Lare, beurkundet, daß er mit Hanman Ulmer, Schultheiß zu Kentzingen, wegen seines Zehnten zu Wagenstadt und Tutschefelt, übereingekommen ist, daß dieser ihm nach Zehntrecht und nach Laut zweier alter Briefe 15 Mut Roggen und 5 Mut Haber jährl. zur Abgeltung seiner Ansprüche geben soll.
Zeugen: der Hachburger; der Perol v. Lahr; Mollenkopf, Vogt zu Lahr; der alt Turhaber Klaus Stocker; Hanman Büllin von Kenzingen, Vogt zu Lahr.
S. d. A. besch. 1407, Di. n. Marx tag
Ausf. Perg. GLA 29/ 709 (Konvolut 62)1416 1416, November 14 Hanmann Snewelin von Landeck. R., entscheidet zwischen Heinrich von Geroldseck-Lahr und Hanmann Büchsenschießer von Kenzingen über eine Schuldforderung von 24 <20?> Viertel Korngült von Dorf und Steuer Kippenheim und einer Gült von 2 ƒ auf Schmieheim, die letzterer von R. Wernher von Weisweil erhalten hatte.
S. d. A. (aufgedr.) 1416, Samstag nach Martini
Ausf. Pap. GLA 27/ 716 (Konvolut 61)
Reg. GLA 117/479 f. 561419 1419 Jan. 31 Heinrich Reder, Unterlandvogt im Breysgaw, und Schultheiß, Meister und Rat zu Kentzingen beurkunden, daß die Dörfer Herboltzheim, Brockhingen, Blaicha und Tutschfelden untereinander, in das Stift Straßburg und in die Herrschaften Gerollzegck, Üsenberg und Schwartzenberg freies Gezog haben.
S. d. AA.1419, zinstag vor frowen tag der liechtmess
Vidimus durch Schultheiß, Meister und Rat der Stadt Ettenheim von 1548 Nov. 20 mit dem besch. S. d. Stadt GLA 21/ 1179 (Konvolut 61 a)1421 1421 Juli 15 Heinrich v. Gerolzeck, Herr zu Lare, beurkundet, daß Henni Mallegken, Henni Bu ollin, Henni Hirni d. A. und Henni Cu ontzelmann, seßhaft zu Kentzingen, seine Spänne mit den geistlichen Herren von St. Johans zu Freiburg wegen der Zehnten im Wagenstadter Bann, die nach St. Peter im alten Kenzingen gehören, und wegen der Güter im Kenzinger Bann, die in den Zehnt zu Wagenstadt gehören, entschieden haben.
S. d. A. f. 1421, an Margarethen tag
Ausf. Perg. GLA 20/ 1289 (Konvolut 100)1421 1421 Juli 23 Heinrich v. Geroltzecke, Herr zu Lore, und Hanman Bússenschiesser, Bürger in Kentzingen, verkaufen ihre gemeinsame Mühle gen. Mittelmülin auf der Bleicha im Dorf und Bann Wagenstatt für 6 ƒ Freibg. an Ulrich Kuonhart von Bretthan und dessen Hausfrau Dilge und leihen ihnen das Zubehör für 1 ƒ und 4 Kappen jährl. Zins.
S. d. Heinrich v. Geroldseck, Herr zu Lahr, (ab) 1421, Mi. v. Jacobs tag
Ausf. Perg. GLA 27/ 1124 (Konvolut 89)
Ausf. GLA 27/ 1126 (Konvolut 89)1425 Am 23. August 1425 wird der Edelknecht Hans Meyger von Kürnberg aus dem Gefängnis in Kenzingen entlassen. Er und Heinrich von Diersburg stellen der Stadt Kenzingen am selben Tag einen Urfehdebrief aus.
- Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 21 Nr. 4389.
- Oberbadisches Geschlechterbuch Band III, Seite 77/78 "Meyer von Kuernberg" - Kindler von Knobloch 1919.1430 Am 9. Januar 1430 verkaufen Anna von Diersburg, genannt Winterbächin, und ihr Gemahl Hans Meyger von Kürnberg den Städten Kenzingen und Straßburg eine Gült von 8 Pfund Pfennigen von dem Hof der Herrschaft Österreich zu Kenzingen und 80 Pfund Pfennige.
Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 21 Nr. 4330
1515 Abrede mit Wolfgang von Hürnheim wegen Überlassung der jetzt im Besitz der Stadt Straßburg befindlichen Pfandschaft der Herrschaft Kürnberg und der Stadt Kenzingen.
Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 21 Nr. 43481518 2. Okt. 1518; Schultheiß, Bürgermeister und Rat zu Kenzingen genehmigen den Anbau einer Kapelle an die Pfarrkirche zu Kenzingen durch Wolf von Hürnheim. Die heutige Hürnheim-Kappelle, Grabstätte des Wolf von Hürnheim, seiner Gemahlin und Tochter.
Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 21 Nr. 4340{joomplu:232 type=detail} {joomplu:233 type=detail} {joomplu:234 type=detail}
Die Grabkapelle, genannt Hürnheim-Kapelle des Wolf von Hürnheim zum Tuttenstein in der Stadtkirche zu Kenzingen.
Links: Wolf von Hürnheim. Mitte: Gemahlin. Rechts Tochter.1520 Der Pfandherr Wolf von Hürnheim zum Tuttenstein lässt in der Stadt Kenzingen ein Rathaus erbauen. 1533 Die Regierung in Ensisheim schlichtet den Streit zwischen Wolf von Hürnheim und der Stadt Kenzingen.
Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 21 Nr. 43041538 Am 11. Juli 1538; König Ferdinand überträgt die Pfandschaft von Schloß und Burgstall Kürnberg sowie der Stadt Kenzingen, welche bisher Wolf Philipp von Hürnheim innegehabt hat, dem Bürgermeister und Rat von Kenzingen, welche die genannten Orte von dem von Hürnheim um 9.200 Gulden in Gold und 1.000 Gulden in Münze gelöst haben.
Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 21 Nr. 43551538 27. August 1538; Vertrag von Wolf Philipp von Hürnheim mit der Stadt Kenzingen bezüglich der Ablösung der Herrschaft Kürnberg und Kenzingen.
Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 21 Nr. 43561539 10. Juni 1539; Quittung des königlichen Rats und tirolischen Kammermeisters Gregori Maschwander über 9.200 Gulden in Gold und 1.000 Gulden in Münze, die er von Bürgermeistern und Rat der Stadt Kenzingen erhalten hat zur Ablösung von Schloß und Burgstall Kürnberg und der Stadt Kenzingen von Wolf Philipp von Hürnheim.
Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 21 Nr. 43571543 23. April 1543; König Ferdinand urkundet, daß er die Herrschaft Kürnberg und Kenzingen an Hans Paumgartner von Paumgarten und dessen Söhne Georg und David verpfändet habe. Ausgestellt in Nürnberg.
Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 21 Nr. 43581544 15. Januar 1544; Vertrag zwischen Hans Paumgartner von Paumgarten, Herrn zu Kürnberg und Kenzingen, und der Stadt Kenzingen.
Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 21 Nr. 43051550 1550, Juni 2 Kloster Ettenheimmünster und Herrschaft Hohengeroldseck protestieren gegen Herrn v. Baumgarten, Pfandherr der Herrschaft Kürnberg, wegen unbefugten Eingriffs seines Amtmanns zu Kenzingen in die... am Streitberg ausgeübte Jagdgerechtigkeit, bes. wegen der dort widerrechtlich erfolgten Verhaftung ettenheimmünsterischerund geroldseckischer Jäger.
GLA 27a/121553 1553, Juli 24 Schlichtung der Spänne zwischen dem Kloster Ettenheimmünster und der Herrschaft Geroldseck einerseits, Herrn v. Baumgarten, Pfandherr der Herrschaft Kürnberg, andererseits [wegen unbefugten Eingriffs seines Amtmanns zu Kenzingen in die... am Streitberg ausgeübte Jagdgerechtigkeit]
GLA 27a/12Bis 1564 war die Burg Kürnberg, die Stadt Kenzingen und Herrschaft Kürnberg verpfändet an:
- Ritter Martin Malterer (1381)
- Snewlin von Landeck (1403)
- Konrad von Weinsberg (1422)
- Straßburg (1424), in der Straßburgischen Zeit wurde die Burg ein letztes Mal ausgebaut, aus dieser Zeit stammen wertvolle Ofenkacheln.
- Wolf von Hürnheim zum Tuttenstein (1515-1538). Begraben in der kath. Kirche zu Kenzingen in der Hürnheim-Kapelle.
- Hans Paumgartner und seine Söhne Georg und David (1543)
1610 30. Dez. 1610 - Innsbruck. Erzherzog Maximilian III. von Österreich verschreibt der Universität Freiburg 150 Gulden jährliche Zinsen von seinen Herrschaften Kirnburg (Kürnberg) und Kenzingen gegen 3.000 Gulden Hauptgut.
Deutsches Original Pergament. Unterschrift und Siegel des Ausstellers.
Quelle: Findbuch der Albert Ludwig Universität Freiburg i.Br., Bestand A0011614 21. März 1614 - Kundschaftsakten vor dem Notar Straub in Kenzingen errichtet über eine unbefugte Grenzsteinsetzung zwischen den Gebieten des Klosters Ettenheimmünster und der Herrschaft Hohengeroldseck.
Ausf. GLA 27/361638 Im Dreißigjährigen Krieg wurde die in schlechtem Zustand befindliche Burg durch Herzog Bernhard von Weimar 1638 zerstört. 1659 Grundsteinlegung zum Bau des Franziskanerklosters und der Kirche in der Stadt Kenzingen. Zum Bau durften die geistlichen Brüder Baumaterial von der hinfälligen Kirnburg verwenden. 1682 bis 1967 war die Burg als Ruine Lehensbesitz der Grafen von Kageneck.
1967 kam sie in den Besitz des Landes Baden-Württemberg. Seit 1978 werden Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen zur Erhaltung als historisches Baudenkmal durchgeführt. {joomplu:496 type=thumbnail} Reliefkachel mit der Darstellung der Samariterin am Brunnen. Die Datierung
der Kachel in das frühe 16. Jahrhundert ist ein Beleg der Erbauung der
Burg durch Wolf von Hürnheim.{joomplu:192 type=thumbnail} {joomplu:191 type=detail} {joomplu:195 type=detail} Text/Video/Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren
Weblink:
- Alfons Staedele Titel "Aus Bleichheims Vergangenheit" (digitalisiert http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ortenau1954/0187)
Quellen:
- "Die Meiger von Kürnberg - Gefolgsleute der Üsenberger" - Georg Kirnberger 2012
- Ausgabe 5 Hachberg-Mosaik Juni 2012, Die Mühlsteinherstellung im Bleich- und Kirnbachtal, Axel Lott Endingen
- Im Schatten der Burg Kürnberg, Hans-Jürgen van Akkeren 2013
- "Schutzaktion Kirnburg", F. Hinn 1985, Geroldsecker Regesten und Stadtgeschichte der Stadt Kenzingen
- Quellen zu verschiedenen Urkunden, Dissertation 1981, mit freundlicher Erlaubnis von Dr. Christoph Buehler aus Heidelberg. http://www.buehler-hd.de/reg/regvorw.htm
- Karlsruhe, GLA
- Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X, S. 29 → Bleichheim
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Bleichheim - Kastenbuck
Kastenbuck {joomplu:540 type=thumbnail}3D-Rekonstruktion des Kastenbuck um 1203
Hans-Jürgen van Akkeren © 2020Alternativname(n) castri Chornberc 1203,
Kastenschlössle,
Kestenhofen, Kastihovin,
KastenhofenLandkreis Emmendingen Gemeinde Bleichheim Entstehungszeit 1100 - 1200 Ersterwähnung 1203 Burgentyp Befestiger
KornspeicherLage Spornlage Verwendungszweck Abgabestelle für
Landwirtschaftliche
Erzeugnisse (Grangia)Erhaltungszustand Ruine Geografische Lage 48.20777/7.84395 Höhenlage 240 m ü. NHN Bleichheim - Kastenbuck (Castri Chornberc)
Ein befestigter Kornspeicher (keine Burg!)
Befestigter Kornspeicher mit Halsgräben erkennbar, wenig oder keine RuinenresteVerwandte Links: Bleichheim - Burg Kürnberg | Civitas Kencingin | Breisach - Burg Üsenberg | Fotos Burg Kürnberg
Lage
Der Kastenbuck liegt in Hanglage südlich der Einmündung des Kirnbachs in den Bleichbach. Das Areal ist von mächtigen Gräben umgeben. Der Kastenbuck ist in zwei, durch einen Wall geteilte Bereiche zu untergliedern. Im höher gelegenen Teil erhebt sich ein Hügel von ca. 8 m Höhe und einem Durchmesser von etwa 25 m, der stark gestört ist. Im tiefen liegenden Nordteil haben sich die Mauerreste eines 10 x 20 m messenden Gebäudes erhalten, die noch bis zu 1 m aufragen Die befestigte Anlage liegt unmittelbar an der Gabelung der Wege vom Bleichtal ins Freiamt und nach Schweighausen.
Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts beschrieb Heinrich Schreiber die damals noch gut erhaltenen Reste als Burg und vermutete wegen des Namens an dieser Stelle ein römisches Kastell. Aufgrund des Namens und Baubestand handelt es sich aber nach heutigem Kenntnisstand um einen befestigten Kornspeicher.
Ab 1200 erhalten die Üsenberger die Vogtei über die Güter des elsässischen Frauenklosters Andlau. 1203 wird Burkhard von Üsenberg als Besitzer des castri Chornberc erwähnt. 1317 wird in eine Grangia (Kornspeicher) des Klosters Andlau in Bleichheim genannt. Erster eindeutiger urkundlicher Hinweis auf die Anlage ist 1331 eine Güterübergabe von Hugo von Üsenberg an seinen Vogt Johannes dem meyer von Kurenberg. An die Schenkung erinnern heute noch die Namen der benachbarten Mayersmühle sowie das angrenzende Mayerswäldele.
Der befestigte Kornspeicher Kastenbuck wurde im Jahr 1997 vom Herbolzheimer Stadtrat als Grabungsschutzgebiet ausgewiesen. (Text: Dr. Bertram Jenisch LAD BW 2019)
Badische Zeitung vom 15. Mai 2019 [↑] : "Bisher gingen die Experten davon aus, dass es zwei Burgen auf dem Berg gab. Der Verfasser einer Urkunde des Klosters St. Peter erwähnt 1203 in einem Werk namens Rotulus Sanpetrinus einen Chornberg bei Bleichheim. Diesen Kastenbuck unterhalb der Kirnburg hielten Historiker lange für eine frühmittelalterliche Burg. Mittlerweile zeigen sich Bertram Jenisch und Andreas Haasis-Berner, Archäologen beim Landesamt für Denkmalpflege, von einer anderen Theorie überzeugt: Der Chornberg war keine Burg, sondern ein befestigter Kornspeicher. Dafür sprächen nicht nur Grundriss und Lage der zugewucherten Überreste, sondern auch das Wort Chorn, das Korn oder Frucht bedeutet. Außerdem seien in der Urkunde aus dem Jahr zwei Zeugen als cellerari genannt, als Kellerer – das waren im Mittelalter die Menschen, die für die Vorräte zuständig waren."
Die Zeichnung von Friedrich Lederle um 1879 zeigt links den
Turmartiger Überrest des Kastenbuck. In der Bildmitte ist die ehemalige
Meier-Mühle und rechts im Bild der Meier-Hof zu sehen, die einst zum Paulinerkloster
Kirnhalden gehörten. Der Kastenbuck steht im Gewann genannt Meier-Wäldele.Geschichte
1200 Die Herren von Üsenberg erhalten die Vogtei über die Güter des elsässischen Frauenklosters Andlau. 1203 Der Kastenbuck wird 1203 erstmals in einer Urkunde als "Castri Chornberc" erwähnt.
Als Zeugen treten Burkhard von Üsenberg als Besitzer und sein Kellermeister Rudolf von Kastilhovin und weitere Zeugen in castri Chornberc in Erscheinung.Anlass der Beurkundung war der 8. Abt des Klosters St. Peter. Er kam 1203 zu Nachforschungen wegen eines Gutes, von dem er erfahren hatte, das sie es unwissentlich dort inne haben. Vielleicht hatte dieser Besuch des Abtes etwas mit dem Neubau der Burg Kürnberg zu tun, die sich gerade im Bau befunden hatte. Denn es geht in der Urkunde um Güter, die sich am Hang einer nicht namentlich erwähnten Burg befanden. Da machte sich vermutlich jemand Sorgen um sein Eigentum.
Die Nennung castri Chornberc in dieser Urkunde wurde früher mit der Burg Kürnberg (Bleichheim - Burg Kürnberg) in Verbindung gebracht. Nach der neuesten Forschung wird diese Nennung dem Kastenbuck zugeordnet.1317 wird eine Grangia (Kornspeicher) des Klosters Andlau in Bleichheim genannt. 1464 Von Johann Riff, Vogt zu Kirnberger um 400 Gulden Haus, Hof, Gülten und Weinbergzins ( *2.)
(Kestenhofen, bzw. Kastenhofen bei Bleicheim)1469 Ebenfalls von Johann Riff die Bläuelmühle zu Kestenhofen um 200 Gulden ( *2.)um 1500 Item 3 ß, 4 d von 12 Mannhauet Reben stoßen an der Herren Haus der Kirnhalden gut… ( *3.)
Beleg über den Weinanbau oberhalb des Kirnhalder Hofes und unterhalb des Kastenbuck. Die kleinen Rebterassen sind im Gelände noch erkennbar.{joomplu:85 type=thumbnail} Karte des Kastenbuck (Quelle: "Die Meiger von Kürnberg - Gefolgsleute der Üsenberger" - Georg Kirnberger 2012, S. 223) {joomplu:537 type=thumbnail} 3D-Rekonstruktion des Kastenbuck um 1203 von Hans-Jürgen van Akkeren © 2020 {joomplu:538 type=thumbnail} 3D-Rekonstruktion des Kastenbuck um 1203 von Hans-Jürgen van Akkeren © 2020 {joomplu:84 type=thumbnail} Geländemodell des Kastenbuck (Wolfgang Schwörer 2000). Nach heutiger Kenntnis stand auf dem Hügel eher ein Wohnhaus statt eines Turms. Text/Fotos/3D-Rekonstruktionen: Hans-Jürgen van Akkeren
Quellen:
1. Wissenschaftliche Tagung "Burgen im mittelalterlichen Breisgau", Bollschweil März 2009
2. Ludwig Heizmann, Das Benediktiner Kloster Ettenheimmünster
3. Cameralia de Kenzingen, ca. 1500, S. 5, GLA 208, Nr. 498
4. Karte: Die Meiger von Kürnberg - Gefolgsleute der Üsenberger" - Georg Kirnberger 2012, S. 223
5. Urkunde Rotulus Sanpetrinus 1203, GLA KA Signatur 66 Nr. 7399
6. Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X, S. 29 → Bleichheim
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Breisach - Burg Eckardsberg
Burg Eckardsberg
mansione Burchardi de Ůsenberch{joomplu:617 type=thumbnail|alttext=Breisach - Festes Haus auf dem Eckardsberg. Merian 1644.}
Kartenausschnitt Breisach Merian 1638
Westansicht des EckardsbergAlternativname(n) Landkreis Breisgau-
HochschwarzwaldGemeinde Breisach Entstehungszeit 12 Jh. Ersterwähnung 1139 April 14 Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Erhaltungszustand - Geografische Lage 48.02697/7.58320 Höhenlage 206 m ü. NHN Breisach - Burg Eckardsberg
Burgstelle erkennbar, wenig oder keine RuinenresteBeschreibung und Geschichte
Siehe auch Beitrag "Breisach - Stadtburg"939 Anhänger des fränkischen Herzogs Eberhard verschanzen sich in Breisach gegen König Otto den Großen. Laut Wikipedia wird im Jahre 939 eine „Reichsburg“ auf dem Eckartsberg im Zusammenhang mit der Belagerung Breisachs durch König Otto I. erwähnt [4]. 1139 April 14 Papst Innozenz II. nimmt die bischöfliche Kirche von Basel unter Bischof Ortlieb in St. Peter unter seinen Schutz. Er ordnet an, dass deren gegenwärtige und zukünftige Besitzungen dem Bischof Ortlieb und seinen Nachfolgern für immer gesichtert bleiben, insbesondere für folgende Orte, der Ort selbst, auf welchem die Kirche nebst Zubehör erbaut wurde:
Der vierte Teil des Zehnten im Bistum Basel und in der Grafschaft Breisgau (in comitatu Brisigaudie), alle Jagden und aufgefundenen und noch aufzufindenen Silbergruben; das Kloster Sulzburg, der Hof Haltingen mit der Kirche, der Hof Istein, Wissach, der Hof Kirchhofen mit der Kirche und ihren Töchterkirchen, Staufen mit dem ganzen Zehnten, Ambringen, Ehrenstetten, Offnadingen, die Kirche von Merdingen mit Tochterkirchen, der Hof Opfingen, der Hof Umkirch mit Kirche und deren Tochterkirchen, Gottenheim nebst dazugehörigen Kapellen, die Kirche in Lehen, die Kirche in Zähringen, der Hof Bickensohl mit Kirche und Tocherkirchen Berkheim, der Hof Alt-Breisach (Brisache) mit der Kirche und Tochterkirche Hochstetten und ein Hof in der selben Villa, das Castrum Usenberg (Husenberch) mit der ganzen Au un dem Eckartsberg (cum tota augia et montem Hechardis) und die Kirche in Auggen [3].1185 Breisach erhält vermutlich durch den Staufer König Heinrich VI. das Stadtrecht.
Basel bekundet, daß ihm der Bischof Heinrich von Basel (Heinricus Basiliensis episcopus) die Hälfte des Hofes und des Berges Breisach (medietatem curtis Brysach et medietatem montis Brysach) mit Ausnahme eines Wohnsitzes des Burchard von Üsenberg (excepta una mansione Burchardi de Ůsenberch) und die Hälfte des Eckardsberges (medietatemque montis qui dicitur Eggehartsberc) zu Lehen gegeben habe; der König und der Bischof werden Breisach in gleicher Weise befestigen und gemeinsam besitzen; sie werden niemandem — außer Händlern — erlauben, auf dem Berge Wohnung zu nehmen; ein Schultheiß darf nur mit beiderseitiger Zustimmung eingesetzt werden; jeder von beiden wird auf dem Eckardsberg ein Haus errichten und wird dort mit Zustimmung des andern Burgmannen wohnen lassen; alle Einkünfte aus den genannten Bergen werden der König und der Bischof in gleicher Weise empfangen; der Bischof wird den Felsen befestigen; wird er daran gehindert, gewährt ihm der König Hilfe; in einen auf dem Felsen gelegenen Wohnsitz, den der König als Lehen erhielt, wird er mit Zustimmung des Bischofs einen bischöflichen Ministerialen setzen; weder dem König noch seinen Erben ist es erlaubt, dieses Lehen weiterzugeben ohne Zustimmung des Bischofs; hat der König Erben, so werden sie, soweit sie nicht König oder Kaiser sind, das Lehen vom Bischof nehmen und das Homagium leisten; hat der Erbe aber die Leitung des Reiches, so soll er das Lehen unter den gleichen Bedingungen wie der König besitzen; der König gelobt, dies alles zu befolgen.
Zeugen: Hermannus marchio de Baden, Heinricus marchio de Růmesberc, comes Ludowicus de Pfirreto, comes Sygebertus de Werde, comes Wernherus de Hohenberc et frater suus comes Fridericus, Heinricus maioris Basiliensis ecclesie prepositus, Conradus decanus, Dietherus archidiaconus, Iohannes camerarius, Egelolfus de Urselingen, Richardus de Hasenburch, Turingus de Ramestein, Wernherus marschalcus de Argentina, Hugo de Reno, Wernherus filius eius, Hugo vicedominus. Thuringus marschalcus, Ulricus. Ne digna factorum memoria.
Hss.: Orig. fehlt; 2 Abschrr. aus d. Anf. d. 14. Jh. in Codex diplomaticus ecclesiae Basiliensis fol.53—54 u. fol.84—85', Porrentruy, Archives de l'ancien évêché de Bâle (Cod.1021) (B1 B2); Abschr. v. 1729 aus B1 in Antiqua iura et privilegia ecclesiae Basiliensis (Codex Wessenbergensis) pag.193—195, Freiburg i.Br., Universitätsbibliothek (Nachlaß Leichtlen, Hs. Nr.52) (C). — Drucke: Herrgott, Genealogia Habsburg.II Nr.245 (S.195—196) aus C; Trouillat, Mon. de l'hist. de l'ancien évêché de Bâle I Nr.260 (S. 399—401) aus B1 B2 = Gallia christiana XV, Instrum, eccl. Basil. Nr.28 (Sp.209—210). — Reg.: Böhmer 2720; Toeche 1; Stumpf 4575; Hidber II 2534. Digitalisat der Buchseite MDZ Münchner Digitalisieungszentrum
Der Bischof Heinrich von Basel verlieh an den Staufer König Heinrich VI. die Hälfte des Hofgutes curtis Brysach und die Hälfte des Berges montis Brysach, sowie die Hälfte des Eckartsberges, mit Ausnahme des Hauses (mansio) des Burkarts von Üsenberg. Offensichtlich besaß Burkart von Üsenberg als Lehensnehmer des Bistums Basel auf dem Eckartsberg einen (befestigten?) Wohnsitzt. Beide Vertragspartner durften auf dem Eckartsberg ein befestigtes Gebäude (Burg) errichten, in dem Ritter stationiert werden konnten [1].
Quellen:- Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X, S. 43 → Breisach
- Bildausschitt Merian 1638. Originalkarte, mit freundlicher Genehmigung durch Dr. med. E. Bühler 79235 Vogtsburg-Oberrotweil
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Dr. B. Hidber "Schweizerisches Urkundenregister" 1863, Erster Band S. 551 → 1139 April 14. Innocentii papa II. Online: https://books.google.de/books?id=fDFCAAAAcAAJ&lpg=PA642&ots=ZQNeu7QNnW&dq=%22mons%20Hechardis%22&hl=de&pg=PA551#v=onepage&q&f=false
- Wikipedia → Eckartsberg (Breisach am Rhein). Online: https://de.wikipedia.org/wiki/Eckartsberg_(Breisach_am_Rhein)
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Breitnau (FR) – Burg Falkenstein
Burg Falkenstein 
Alternativname(n) Alt-Falkenstein Landkreis Breisgau-
HochschwarzwaldGemeinde Buchenbach-
FalkensteigEntstehungszeit um 1200 Ersterwähnung 10. Oktober 1328 Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Erhaltungszustand Ruine Geografische Lage 47.94333/8.01118 Höhenlage 617,6 m ü. NHN Breitnau (FR) – Burg Falkenstein
Burgstelle erkennbar, wenig RuinenresteLage
Die Burg Falkenstein liegt im Süden der Gemarkung der Gemeinde Breitnau, die sich bis ins untere Höllental erstreckt. Die Burg befindet sich ausgangs des Engenbachtals ins Höllental und liegt etwa 500 Meter südlich gegenüber des sogenannten „Hirschsprung“, einer Engstelle des Höllentals.
Die Burgstelle liegt auf einem steilen Felsplateau auf 617 m ü. NN, der nach Südwesten ins Höllental hineinragt und sich etwa 100 m über der Talsohle erhebt. In der Literatur wird die Burg Falkenstein auch als Alt-Falkenstein bezeichnet, um sie von der nahegelegenen Burg Bubenstein (-> Buchenbach) abzugrenzen, die in hoch- und spätmittelalterlichen Schriften „Neu-Falkenstein“ genannt wird.1
(J. Haller2) Erstnennung eines Falkensteiners (Walter und Kuno) frühestens um 1137* (vgl. Jutta Krimm-Beumann: Die ältesten Güterverzeichnisse des Kloster St.Peter, 2011). Abstammung aus den Häusern von Weiler und Blankenberg auf Grund übereinstimmender Besitzungen innerhalb und außerhalb des Zartner Beckens möglich (vgl. Bernhard Mangei: Herrschaftsbildung, 2004). Ob eine gemeinsame Abstammungslinie zu dem aus der Schweiz stammenden Adelsgeschlecht Falkenstein-Bechburg (vermeintliche Erstnennung um 1145) besteht, das um 1500 die Herrschaft über die Schneeburg bei Ebringen und die Heidburg zwischen Kinzig und Elztal innehatte, ist ungeklärt.
Geschichte
Die Benennung eines Cuno de Falchenstein3 bzw. Cŏno de Falchensteina4 um 1112, die sich auf Eduard Heycks Buch "Geschichte der Herzöge von Zähringen" sowie auf den Rotulus Sanpetrinus (nach der Ausgabe von Friedrich Weech aus dem Jahr 1882) bezieht, beruht auf einem Irrtum. In Heycks Ausführungen findet sich die frühste Erwähnung des älteren Kuno von Falkenstein für die Jahre zwischen 1137 und 1154 (siehe nachfolgenden Stammbaum) und für den genannten Abschnitt des Rotulus setzt die Neubearbeitung von Jutta Krimm-Beumann einen Zeitrahmen zwischen 1137 bis 1148.
Archäologisch konnte das Bestehen der Burg Falkenstein auf der Falkensteige im Höllental aufgrund der vorliegenden "Lesefunde" um 1200 bestätigt werden (Auswertung umfangreicher Lesefunde durch die Landesdenkmalpflege Freiburg). Dieses Ergebnis kann auch, kritisch betrachtet, bestenfalls um nur einige wenige Jahrzehnte nach vorne verschoben, interpretiert werden. Den Nachweis ihrer Existenz vor 1150, wie aus der Nennung der ersten Falkensteiner im Rotulus hervorgeht, konnte bislang nicht erbracht werden. Daraus ergeben sich Fragen im Hinblick darauf, ob es sich bei der Burg im Höllental wirklich um die Stammburg der Falkensteiner aus dem Dreisamtal handelt und ob diese Burg erst im Zuge der Schwächung der Zähringer Herrschaft um 1200 entstand.
Da die Suche nach einer neuen, unbekannten Burgstelle, die als Stammburg der Falkensteiner in Frage käme, bislang kein Ergebnis brachte und sich Lesefunde, wie in diesem Fall, als offenbar unzureichend erweisen, ist eine Lösung dieses Widerspruches, wenn überhaupt, nur durch eine archäologische Grabungskampagne auf der Burgstelle, oder durch das Auffinden neuer historischer Quellennachweise zu erhoffen.
{joomplu:510 type=detail|alttext=Grundriss Burg Falkenstein nach Joachim Haller} Grundriss Joachim Haller 1328 Werner von Staufen verkauft seine drei Viertel an dem Turm zu Falkenstein nebst aller Zubehör dem Ritter Johannes Snewelin, Sohn des verstorbenen Johannes Snewelin zu Freiburg, um 70 Mark Silber. / 10. Oktober 1328
Quelle: http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1429683-1





Fotos: Joachim Haller
Weblinks:- Bernhard Mangei, 2003: „Herrschaftsbildung von Königtum, Kirche und Adel zwischen Oberrhein und Schwarzwald. Untersuchungen zur Geschichte des Zartener Beckens von der merowingischen bis zur salischen Zeit“, Online: https://freidok.uni-freiburg.de/fedora/objects/freidok:1295/datastreams/FILE1/content
Quellen:
- Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X, S. 57-62
- Joachim Haller (FR), ehrenamtlich Beauftragter der archäologischen Denkmalpflege Baden-Württemberg
- "Zuerst wird 1112 Cuno de Falchenstein nebst seinem «patruus» Hugo de Endingen genannt. (siehe Heyck, Geschichte der Herzöge von Zähringen, S. 545)" - aus Kindler von Knobloch, Julius: Badische Historische Kommission [Hrsg.] Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 1, S.324), Heidelberg 1894.
- "Cŏno de Falchensteina ca. 1112 Rot. Sanpetr., FDA. 15,149" - aus Krieger, Albert: Badische Historische Kommission [Hrsg.] Topographisches Wörterbuch des Großherzogtums Baden (Band 1, S.568), Heidelberg 1904.
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Britzingen - Burg Neuenfels
Burg Neuenfels {joomplu:241 type=detail|alttext=Burg Neuenfels. Foto Hans-Jürgen van Akkeren} Alternativname(n) Nuwenfels Landkreis Breisgau-
HochschwarzwaldGemeinde Britzingen Entstehungszeit um 1300 Ersterwähnung 1307 Burgentyp Höhenburg Erhaltungszustand sanierte Ruine Lage Spornlage Geografische Lage 47.81831/7.68820 Höhenlage 595,1 m ü. NHN Britzingen - Burg Neuenfels
gut erhaltene Burgruine
Lage
Die Ruine liegt etwa 1,5 km südöstlich von Britzingen, einem Ortsteil der Stadt Müllheim. Zwischen 1904 und 1994 wurde die Anlage mehrfach saniert, wodurch die Analyse ihrer baulichen Gliederung erheblich erschwert wird. Die zeitliche Abfolge der Baumaßnahmen im Inneren bleibt daher unklar.
Die Burg besitzt einen kastenförmigen Grundriss mit abgerundeten Ecken und misst etwa 30 × 9 Meter. Diese kompakte Bauform, die sich beispielsweise auch bei der Burg Lichteneck bei Kenzingen-Hecklingen und der Schneeburg bei Ebringen findet, deutet darauf hin, dass die Burg Neuenfels um 1300 errichtet wurde. Auch die Verwendung kleinformatiger vermauerter Bruchsteine sowie das Fehlen eines Bergfrieds sprechen für diese Datierung.
Die auf der Beschilderung der Burg angegebene Erbauungszeit „vor 1250“ erscheint angesichts der beschriebenen Baustruktur, des fehlenden Bergfrieds und der archäologischen Befunde als zu früh angesetzt.
Geschichte
Die Herren von Neuenfels waren vermutlich Patrizier der Stadt Neuenburg a. Rhein, die sich bei Britzingen einen Landsitz schuf. Sie sind als Burgvögte von Badenweiler und Landvögte von Rötteln in Erscheinung getreten und hatten in Auggen, Neuenburg und Staufen verschiedene Ämter.
1300 Vermutlich um 1300 durch die Herren von Neuenfels erbaut. 1307 Erste Erwähnung der Burg und des Adelsgeschlechts von Neuenfels in einer königlichen Urkunde. Albrecht I. von Österreich verpfändete das Schultheißenamt der Stadt Neuenburg an viri strenui Johannes, Jacob, Rudiger et Bertholdus frates de Nuwenfels. 1346 Die Herren von Neuenfels verkaufen ihre Burg an den Graf Imer von Straßberg und nahmen sie von ihm zu Lehen. 1349 Berthold von Neuenfels tritt bei einem Rechtsakt als rector ecclesie in Briczzikon in Erscheinung. 1366 Britzingen erwirbt von den Herren von Neuenfels Wald- und Dingrechte. 1368 Die Neuenfelser stehen seit 1368 in Diensten der Grafen von Freiburg und sind Herren in Badenweiler. Als Zeugen der Grafen von Freiburg sind sie 1373, 1381, 1384, 1388 und 1390 zu belegen. 1399 Hans Berthold von Neuenfels wird 1399 als Burgvogt zu Badenweiler erwähnt. 1419 Erhard von Neuenfels wird 1419 als Burgvogt genannt.
1443 Heinrich von Neuenfels wird 1443 als Burgvogt genannt. 1469 Hans Michael von Neuenfels wird 1469 sogar als Obervogt erwähnt, des schloß und der herschaft Badenwiler. 1538 Christoph von Neuenfels verkauft den Wald um die Burg herum an Britzingen. 17. Jh. Einer Chronik aus dem 17. Jh. ist zu entnehmen, dass der letzte Besitzer Christoph von Neuenfels im Jahre 1540 zusammen mit seiner Familie im Burghof ermordet aufgefunden wurde. 1620 und 1635 Peter von Kaltenbach notierte in seinem Lagerbuch 1620 und 1635 den Verfall der Burg Neuenfels. Seit dem Mord...ist das Haus nicht mehr bewohnt worden, sondern ein Stück nach dem andern eingefallen, und abgegangen... {joomplu:248 type=detail|alttext=Britzingen Burgruine Neuenfels. Foto Hans-Jürgen van Akkeren} {joomplu:247 type=detail|alttext=Britzingen Burgruine Neuenfels. Foto Hans-Jürgen van Akkeren} {joomplu:245 type=detail|alttext=Britzingen Burgruine Neuenfels. Foto Hans-Jürgen van Akkeren} {joomplu:243 type=detail|alttext=Britzingen Burgruine Neuenfels. Foto Hans-Jürgen van Akkeren} Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren 2014 Video: Armin Keller (https://youtu.be/tefHz2IKWBU)
{joomplu:115 type=detail|alttext=Britzingen Grundriss der Burgruine Neuenfels.} Grundriss der der Kernburg Neuenfels, genordet.
1. Burggraben.
2. Keilförmige Schildmauer, gefährdete Ostseite bis 4,5 Meter stark.
3. Eingangstor.
4. Gebäude im Westende des Hofes.
5. Zwinger.Text: Hans-Jürgen van Akkeren
Quellen:
- Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau II – Südlicher Teil Halbband A–K, Archäologie und Geschichte, Band 16, Alfons Zettler / Thomas Zotz
- Oberrhein, 66 Burgen von Basel bis Karlsruhe. Dr. Heiko Wagner - Theiss Burgenführer 2003
- Grundriss der Burg Neuenfels, Kunstdänkmäler Band 5, Seite 131
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Broggingen - Burgstall Gewann Bürklin
Burg Broggingen Alternativname(n)/
SchreibweisenEgenloffs Burg (1547),
Burglecht (1561)Landkreis Emmendingen Gemeinde Broggingen
(Herbolzheim)Entstehungszeit unbekannt Ersterwähnung 1547 Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Erhaltungszustand Burstall Geografische Lage 48.22987/7.82684 Höhenlage 243 m ü. NHN Broggingen - Burgstall im Gewann Bürklin

ehemalige Burgstelle, nichts mehr erkennbar
BeschreibungBroggingen ist ein Teilort der Gemeinde Herbolzheim im nördlichen Breisgau. Die Burganlage ist aufgrund des Flurnamens "Bürklin" nordwestlich des Dorfes zu vermuten. Die Flur liegt an der Abzweigung der Straße Broggingen-Münchweier in Richtung Ettenheim auf einer pass ähnlichen Anhöhe auf der Grenze der Ortenau und dem Breisgau. Die Flur "Bürklin" ist heute durch die Rebnutzung oberflächlich verändert. Auf der ortenauer Seite ist ein Platz mit ausgeprägter Spornlage zu beobachten. Dem Platz gegenüber befindet sich die Flur "Klingenberg", die ebenfalls gegen die Straße nach Ettenheimweiler steil abfällt. Aufgrund der Topografie der Geländestrukturen wird vermutet, dass die heutigen Fluren "Bürklin" und "Klingenberg" ein zusammenhängendes Areal gebildet haben. Die Burgstelle ist eher im nördlichen Bereich im Spornhang anzunehmen. Südwestlich der Burgstgelle befindet sich die Flur "Galgenacker", der vermutlich mit dem herrschaftlichen Platz in Zusammenhang gebracht werden kann. [1]
Eine Burg in Broggingen ist in den Schriftquellen durch einen Urbareintrag aus dem Jahr 1547 fassbar. Darin wird ein acker an Egenloffs Burg gelegen erwähnt (GLA KA 66 Nr. 1304). Die Herren von Geoldseck erlangten vermutlich um 1248 durch die Kastvogtei des Klosters Ettenheimmünster an die Herrschaftsrechte in Broggingen. Durch die Heirat zwischen Hesso IV. von Üsenberg mit der Tochter Agnes des Walter III. von Tübingen-Lichteneck [1], gelangte die Ortsherrschaft Broggingen an die Herrschaft Üsenberg (nach Kindler von Knobloch im OBGB 1889, Bd. 1, S. 435 ist Agnes (1376) die Tochter des Heinrich von Geroldseck gen. von Tübingen [2]. Der Stammvater der Agnes von Tübingen-Lichteneck muss noch geklärt werden!).
Die Flur "Burglecht" erscheint 1561 in einem Urbar und liegt südöstlich von Broggingen [3]. Hierbei handelt es sich nicht um eine weitere Burgstelle, sondern um ein zu einer Burg gehöriges Lehen, das möglicherweise im herrschaftlichen Zusammenhang zu den Fluren "Herrenmühle" und "Herrenberg" gehört [1].
Weblinks:- GLA KA 66 Nr. 8553; Tennenbacher Güterbuch → Broggingen (Brochingen): Online http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-4038160-1
Quelle:
- Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X (→ Broggingen (Herbolzheim) Flurname "Bürklin", S. 63)
- Kindler von Knobloch, Julius ; Badische Historische Kommission [Hrsg.]. Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 1): A - Ha, Heidelberg, 1898. Seite 435 (→ siehe Agnes 1376; mar.: Hesso von Üsenberg. Stammbaum von Geroldseck, Grafen von Veldenz) : https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kindlervonknobloch1898bd1/0439/image,info
- Urkunde Generallandesarchiv Karlsruhe 66 Nr. 1305
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Buchenbach - Burg Wiesneck
Burg Wiesneck 
Alternativname(n) Landkreis Breisgau-
HochschwarzwaldGemeinde Wiesneck-Buchenbach Entstehungszeit vor 1079 Ersterwähnung 1079 Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Erhaltungszustand Ruine Geografische Lage 47.96710/8.00066 Höhenlage 537 m ü. NHN Buchenbach - Burg Wiesneck
Burgstelle erkennbar, wenig oder keine Ruinenreste
Beschreibung
Die Burg Wiesneck liegt heute auf dem Gebiet der Gemeinde Buchenbach, oberhalb des gleichnamigen Ortsteils Wiesneck. Die Ruine erhebt sich am östlichen Rand des Zartener Beckens, wo sich die Zugänge zum Höllental, zum Wagensteigtal und zum Unteribental befinden.
Durch diese Lage besaß die Burg eine hohe strategische Bedeutung. Von hier aus ließ sich insbesondere die alte Verkehrsverbindung überwachen, die durch das Wagensteigtal über den Thurner und weiter in den Schwarzwald führte. Diese Straße gehörte zu den bedeutenden historischen Übergängen zwischen dem Breisgau sowie dem Neckar- und Donaugebiet.
Im Schutz und im wirtschaftlichen Umfeld der Burg entstand bereits früh eine kleine Siedlung, die ebenfalls den Namen Wiesneck trug. Die Geschichte des Ortes blieb über Jahrhunderte eng mit der Burg und ihren jeweiligen Besitzern verbunden. Wiesneck war zunächst eine selbstständige Gemeinde und wurde im Jahr 1837 nach Buchenbach eingemeindet.
Geschichte
1079 Die Burg wurde erstmals urkundlich erwähnt und war im Besitz der Grafen von Haigerloch. 1096 Im Jahr 1096 benannte sich erstmals Graf Adalberg von Haigerloch nach der Burg als von Haigerloch-Wiesneck. So entwickelten sich die Burgherren zu Konkurrenten der vorherrschenden Zähringer. 1118 gründete Bruno von Haigerloch-Wiesneck das Kloster St. Märgen. 1121 wurde die Burg erstmals von den Zähringern zerstört, aber bald wieder von ihnen aufgebaut. 1170 Die Familie der Grafen von Haigerloch-Wiesneck starb aus, womit die Burg und der Besitz an die Grafen von Hohenberg fielen. 1293 Die Grafen von Hohenberg verkauften die Burg. 1524/25 Im Bauernkrieg wurde die Burganlage von einem Haufen aufständischer Bauern unter Hans von Bulgenbach überrannt und zerstört, aber schon bald teilweise wiederaufgebaut. 1577 Die Burg ging an die Freiherren von Sickingen-Hoheburg über. 1646 Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg von den Franzosen zerstört. In der Folge diente die Burg als Steinbruch für die Umgebung.
Text: Hans-Jürgen van Akkeren
Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren © 2019Weblinks:
- Bernhard Mangei, 2003: „Herrschaftsbildung von Königtum, Kirche und Adel zwischen Oberrhein und Schwarzwald. Untersuchungen zur Geschichte des Zartener Beckens von der merowingischen bis zur salischen Zeit“, Online: https://freidok.uni-freiburg.de/fedora/objects/freidok:1295/datastreams/FILE1/content
Quellen:
- Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X, S. 66 → Buchenbach (Burg Wiesneck)
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Burkheim - Schloss Burkheim
Schlossruine Burkheim 
Stich nach einer Zeichnung von R. Höfle, um 1850/60Alternativname(n) Schwendi Schloss,
Neues SchlossLandkreis Breisgau-
HochschwarzwaldGemeinde Burkheim
(Vogtsburg im
Kaiserstuhl)Entstehungszeit Burg 12. Jh.,
Schloss 1572Ersterwähnung 1231 Januar 13. Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Erhaltungszustand Ruine Geografische Lage 48.10005/7.59619 Höhenlage 192 m ü. NHN Burgvermietung,
Veranstaltungen,
Wohnmobilstellplatzschaetzle-weingut.de Burkheim - Schloss Burkheim
gut erhaltene BurgruineLage
Die Burg liegt im Stadtgebiet von Burkheim und befindet sich in Privatbesitz. Eine Besichtigung ist nur im Rahmen öffentlich angekündigter Veranstaltungen möglich.
Südwestlich der Altstadt erhob sich die Burg über einem alten Rheinarm. Von der Anlage sind heute noch Teile der Umfassungsmauern erhalten. Der dreigeschossige, rechteckige Hauptbau besaß im Inneren eine rechtwinklig geführte Treppe, deren Verlauf noch heute erkennbar ist.
Im Obergeschoss befand sich offenbar ein repräsentativ ausgestatteter Rittersaal. Von ihm haben sich zwei reich verzierte Kamine erhalten. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde die mittelalterliche Burganlage im Stil der Renaissance umgebaut und erweitert.
An der Westseite des Hauptgebäudes ist im oberen Geschoss noch deutlich die Baufuge dieser Erweiterung zu erkennen. Die aufgesetzten Eckquader zwischen den linken Fenstern markieren den Anschluss des späteren Anbaus an den ehemaligen Palas.
Geschichte
762 März 13. Der Ort Burchheim wird in einem Testament Bischofs Heddo von Straßburg zum ersten Mal urkundlich erwähnt, der ein Hofgut am Ort im gleichen Jahr an das Kloster Ettenheimmünster abgibt. 778 Heibo schenkt das Hofgut an das Kloster des hl. Nazarius in Lorsch an der Bergstrasse. 952 Nachdem Kaiser Otto I. dem Grafen Guntram dem Reichen wegen Hochverrats den Besitz entzogen hatte, verschenkt er den Ort als Teil des Königshofs in Riegel, so gelangt Burkheim an das Benediktinerstift Einsiedeln in der Schweiz und deren Schirmvögte, wie Dietrich von Rimsingen (gest. um 1052), und 1052 an die Schirmvögte der Herren von Üsenberg. 1256 Schirmvogt Markgraf Heinrich I. von Hachberg. 1330 Erwerb durch Herzog Otto I. von Österreich. 1347 Kaiser Karl IV. übernachtet am 26. Dezember hier. Er bemühte sich mit den Graumönchen, den Zisterziensern sehr um die Grauburgunderrebe in unserer Region, daher gilt das Schloß als die Wiege des Grauburgunders. Unter dem Haus Habsburg, also Vorderösterreich sind viele Pfandherren aus der Schweiz, dem Elsaß und dem Breisgau, darunter auch die Stadt Breisach. 1471 Die neuen Pfandherren waren die Grafen von Tübingen-Lichteneck. 1548 Der neue Pfandherr Christoph von Sternsee. 1560 Lazarus von Schwendi,, geb. 1522 in Mittelbiberach in Schwaben; als Feldobrist und kaiserlicher Berater, diente er dem Kaiser Karl V, Philipp II, Maximilian II und Rudolf II. Für seine Verdienste in den Feldzügen in Ungarn gegen die Türken erhielt er die Herrschaft Burkheim am Kaiserstuhl, Trieberg im Schwarzwald, Kirchhofen im Breisgau und als Freiherr zu Hohenlandsberg die Orte Kienzheim, Kaysersberg und zehn Dörfer im Elsaß. Aus Tokay brachte er Ruländerreben mit, siehe den Rathausbrunnen in Colmar. 1572 Renovierung des Schlosses nach dasiger neuer Modi im Renaissancestil. 1672 oder 1676 "vom französischen Marchall de Luxembourg aus Ordre des Königs Ludovoco XIV. verbrennet worden", nach der einen Chronik. 1674 wurde nach einer anderen Chronik durch General Vaubrun, mit Oberst La Broche und starken französischen Heeren, Schloß Burkheim, Burg Lichteneck, Kirchhofen, Neuenburg, und viele andere Orte zerstört. 1780 bis 1781 hat Ägid Karl von Fahnenberg das Burkheimer Schlossgelände zu einem Weinberg umlegen lassen, nachdem die Pläne zum Wiederaufbau gescheitert waren. 1901 kauften Leopold Bastian und sein Sohn Franz Josef, Weingutsbesitzer aus Endingen die historische Schlossruine mit der Rebanlage im Schloßhof von den Fahnenbergs in Freiburg. 1938 Dr. Heinrich Alfons Maria Mackenstein, Geschäftsführer der Hauptvereinigung des deutschen Weinbauwirtschaftsverbandes in Berlin und dessen Ehefrau Amelie Elisabetha, geb. Bastian, erben den Besitz. 1981 die Urenkel von Leopold Bastian, Franz Josef Neymeyer, Bernhard Neymeyer und Margarete Schätzle, erben das Schloßgut von ihrer Tante Amelie Mackenstein. 1991 die kleinste Einzellage Deutschlands, der "Burkheimer Schloßberg", mit seinen im Schloßhof angepflanzten Grau-Burgunder-Reben, wird bewirtschaftet und vermarktet durch das Weingut L. Bastian, Königschaffhauserstr. 8, Endingen am Kaiserstuhl. {joomplu:548 type=thumbnail|alttext=Burkheim von Bischoffingen am Hüttenberg aus gesehen. Foto Hans-Jürgen van Akkeren.} {joomplu:752 type=thumbnail|alttext=Schlossruine Burkheim. Foto Hans-Jürgen van Akkeren} Burkheim von Bischoffingen am Hüttenberg aus gesehen. Foto Hans-Jürgen van Akkeren. Schlossruine Burkheim. Foto Hans-Jürgen van Akkeren {joomplu:751 type=thumbnail|alttext=Stadt Burkheim am Kaierstuhl. Foto Hans-Jürgen van Akkeren.} Stadt Burkheim am Kaierstuhl Text und Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren
Weblink:
- Tennenbacher Güterbuch 1317-1341: GLA KA 66 Nr. 8553, 41 → Burkheim (Freiburg) Sp. 139 u. Sp. 140 über Burkheim (Lahr). Online http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-4038164-1
Quelle:
- Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X; S. 83 → Burkheim
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Ebringen - Schneeburg (Burg Snewesberg)
Schneeburg 
Luftbildaufnahme H-J van AkkerenAlternativname(n) Burg Schneeberg
burg Snewesberg
núwe unde wilde SnevspurgLandkreis Breisgau-
HochschwarzwaldGemeinde Ebringen Entstehungszeit Ende 13. Jh. Ersterwähnung 1312 Mai 5. Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Erhaltungszustand Ruine Geografische Lage 47.96066/7.79799 Höhenlage 516 m ü. NHN Ebringen - Schneeburg
gut erhaltene Burgruine
Parkmöglichkeit Gasthaus Schönberghof, Unterer Schönberghof 1, 79285 Ebringen.Lage
Östlich oberhalb von Ebringen auf eine Höhe von ca. 515 m befindet sich die Burgruine Schneeburg. Sie liegt am südlichen Ende eines Bergrückens, der nach Norden sanft abschüssig verläuft, in den anderen Himmelsrichtungen jedoch steil abfällt. Die Angriffsseite befand sich daher an der Nordflanke der Burgstelle, die mit einem 15 m breiten und 10 bis 12 m tiefen Halsgraben als Annäherungshindernis abgesichert wurde. Die West- und Südflanken wurden durch einen vorgelagerten Wall und einem Graben abgesichert. Die Ostseite fällt so steil und tief ab, dass auf einen weiteren Verlauf des Wallgrabens verzichtet wurde. An der Nordwestseite in Richtung Ebringen ist der Wall durch einen Graben unterbrochen. An dieser Stelle könnte sich der Zugangsweg zur Burganlage befunden haben.
Die Bauzeit der Schneeburg erfolgte vermutlich gegen Ende der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die Erbauer sind unbekannt. Die Zerstörung der Burg um 1525 im Bauernkrieg ist unwahrscheinlich, da sie zu der Zeit bereits verfallen war. Der Herrschaftssitz war bereits ins Tal verlegt worden.Der rechteckig angelegte Bau der Burg nimmt eine Grundfläche von ca. 38 mal 17 m ein. Die noch sichtbaren zweischaligen Bruchsteinmauern haben eine Stärke von 1,2 bis 1,4 m.
Im nordwestlichen Teil der Burg steht heute noch ein etwa 13 m hohes Mauerwerk. Die Balkenlöcher im Erdgeschoss weisen auf eine Geschosshöhe von 5 m hin. Darüber befinden sich im Mauerwerk zwei übereinanderliegende Fenster, dessen Stockwerkshöhen etwa 2,5 m hoch waren.Wandern zur Schneeburg
Vom Freiburger Hauptbahnhof beträgt die Wanderstrecke ca. 6 KM.
Eine kurze Wanderstrecke für Familien mit Kindern bietet sich der Parkplatz bei der Berghauser Kapelle in Ebringen an. Die kurze Wanderstecke von ca. 1,7 KM hinauf zur Schneeburg kann in ca. 30 Min. zurückgelegt werden.Gastronomie
Die Gaststätte Unterer Schönberghof gehörte im 15. Jahrhundert als Wirtschaftshof zur Schneeburg und befindet sich auf der Ostseite der Burganlage. Der Versorgungshof wurde im 30jähringen Krieg zerstört und im 18. Jahrhundert wieder aufgebaut. Heute befindet sich darin das Gasthaus Schönberghof (https://gasthaus-schoenberghof.de).
Die Gaststätte ist auch mit dem PKW erreichbar, die Anzahl der Parkplätze ist begrenzt. Über einen Fußweg ist die Schneeburg in 5 bis 10 Minuten erreichbar.Geschichte
715/716-721 Der Ort Ebringen wird erstmals in einer Urkunde des Klosters St. Gallen genannt. 817 Kaiser Ludwig der Fromme überträgt dem Galluskloster zustehende Einkünfte von verschiedenen Orten, darunter auch solche aus dem erstmals erwähnten Talhausen. 1302 Das Vorhandensein der Schneeburg bei Ebringen wird indirekt in einer Urkunde von 1302 als Wilde Schneeburg im Oberrieder Tal als núwe unde wilde Snevspurg bezeichnet. Daraus wird ersichtlich, dass es auch eine „alte“ Schneeburg gegeben haben muss. Hierbei müsste es sich um die Schneeburg bei Ebringen gehandelt haben. 5. Mai 1312 Erste urkundliche Erwähnung der Schneeburg als burg Snewesberg. In einem Vergleich einigt sich Friedrich von Hornberg, der im Besitz der Schneeburg war, mit dem Zisterzienserkloster Tennenbach. Hierbei ging es um Schäden an der Burg, welche die Mönche bei der Verfolgung eines „Abtrünnigen“ verursacht hatten, da dieser auf die Schneeburg flüchtete. 1349 überträgt Werner von Hornberg die Burg und den Wirtschaftshof (heute Gaststätte Schönberghof) an das Kloster St. Gallen und erhielt sie als Lehen zurück. 1387 Beatrix, die Witwe von Johann Schnewilin und Schwester Werner von Hornbergs, und ihre Söhne verzichteten gegen eine Zahlung von 200 Gulden auf Ihre Ansprüche an Ebringen und der Schneeburg. 1458 Hans von Embs kam durch die Heirat mit der Witwe Konrads von Hornberg, Benignosa von Rathsamhausen, in den Besitz der Herrschaft. Zwei Jahre später wurde er auch vom Kloster St. Gallen belehnt. 1491/92 Nach dem Tod von Hans von Embs wurde seine Witwe Helena, geborene von Klingenberg, durch ihren Schwiegersohn Jörg von Ebenstein vertreten, dessen Witwe um 1500 Sigmund von Falkenstein heiratete. Nach jahrelangem Streit wurde 1506 Sigmund von Falkenstein durch den Abt von St. Gallen belehnt. {joomplu:561 type=detail|alttext=Ebringen Schneeburg. Luftbild Hans-Jürgen van Akkeren} {joomplu:279 type=detail|alttext=Ebringen Schneeburg. Foto Hans-Jürgen van Akkeren.} {joomplu:278 type=detail|alttext=Ebringen Schneeburg. Foto Hans-Jürgen van Akkeren.} {joomplu:275 type=detail|alttext=Ebringen Schneeburg. Foto Hans-Jürgen van Akkeren.} {joomplu:281 type=detail|alttext=Ebringen Schneeburg.} Grundriss der Schneeburg Video von Hans-Jürgen van Akkeren 2014: https://youtu.be/oBh0q7yXga4 Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren
Quellen:
- THEISS Burgenführer Oberrhein 2003 | Heiko Wagner, 66 Burgen von Basel bis Karlsruhe.
- Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X, S. 98 → Ebringen
- Grundriss „Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden“ 1904
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Endingen - Koliburg
Koliburg {joomplu:607 type=thumbnail}Mauerreste Alternativname(n) Burg Koliberg Landkreis Emmendingen Gemeinde Endingen Entstehungszeit um 1200 Ersterwähnung 1278 Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Erhaltungszustand wenig Mauerreste
HalsgrabenGeografische Lage 48.12322/7.69105 Höhenlage 359,1 m ü. NHN Endingen - Koliburg
Burgstelle erkennbar, keine RuinenresteLage
Der Standort der Burg befindet sich auf dem Koliberg ca. 2,35 km südlich von Endingen, Gemarkung Endingen.
Leider konnte ich bis heute noch keine verlässlichen Angaben über die Koliburg finden.
Überreste der Burg sind heute kaum noch welche zu erkennen. Die Koliburg wird in manchen Karten vermeintlich als Üsenburg bezeichnet.{joomplu:199 type=thumbnail} Exkursion zur Koliburg mit Axel Lott (Bildmitte) 2009. Geschichte
1231 und 1239 Der Name Koler wird erstmals erwähnt. Weitere Belge der Koler finden sich 1242, 1251, und 1258. 1278 Die Burg Coliberc wird von Graf Egen von Freiburg zerstört.
Im Streit um das Zähringer Erbe geriet Graf Egen von Freiburg 1275 in Opposition zum neuen König Rudolf von Habsburg. In diesem Streit um die Burg Zähringen (Reichsgut) hatten die Herren von Üsenberg sich vermutlich an der Belagerung der Stadt Freiburg beteiligt. Zwischen 1276 und 1281 hielt sich König Rudolf in Österreich auf. Graf Egen von Freiburg blieb betreffs der Burg Zähringen bei seiner Haltung gegen den König und zerstörte wärend der Abwesenheit Rudolfs, wegen der vorausgegangenen Königlich-Üsenbergischen Strafexpedition gegen Freiburg, die Burg Zähringen, die Koliburg und einen namenlosen Turm bei Breisach (Item destructum fuit Zeringen noviter edificatum, et turris probe Brisacum, et Coliberc). Bei diesem Turm könnte es sich um die Überreste der baufälligen Burg Üsenberg gehandelt haben.1321 Im sogenannten Kaiserstühler Krieg (1320-1322) stritten sich zu Beginn des 14. Jh. die Herren von Üsenberg mit den Herren von Falkenstein um die Herrschaft Bickensohl. Aus dem Gerichtsurteil von 1321 geht hervor, dass sich Burkhard I. von Üsenberg im Dorf und Bann Bickensohl, Rechte angemaßt hatte, die ihm nicht zustanden. Die Ortsherrschaft von Bickensohl wurde mit dem Urteil den Herren von Falkenstein zugesprochen. Burkhard III. und Gebhard von Üsenberg bestanden auf ihre alten Rechte und akzeptierten das Gerichtsurteil nicht und setzten ihre Fede gegen die Falkensteiner fort. Die Herren von Endingen, die eigentlich als Dienstmannen den Üsenberger unterstanden, unterstützten gemeinsam mit den Kolern (Nebenlinie der Herren von Endingen) die Herren von Falkenstein.
Die Herren von Üsenberg zerstören im Herbst mit Hilfe der Endinger Bürger die Koliburg oberhalb der Stadt. In dieser Fehde wurden die drei Brüder Thomas, Johann und Walter von Endingen erschlagen. Durch den Tod der Brüder schaltete sich Graf Konrad II. von Freiburg gegen die Üsenberger ein. Die beiden Üsenberger gerieten dadurch in eine verzwickte Lage und baten Herzog Leopold von Österreich und Fürstbischof Johann von Straßburg im April 1322 um Vermittlung zwischen den Kriegsparteien.
Die Auseinandersetzung endete für die Üsenberger am 19. Juni 1322 in einem Schlichterspruch. Für die drei erschlagenen Brüder mussten sie in einer Breisgau Kirche eine ewige Messpfründe, sowie ein ewiges Licht stiften. Die Messpfründe für Thomas von Endingen wurde in das Münster von Freiburg gestiftet. Dort befindet sich seit dem das "Endinger Chörlein" mit dem Glasfenster der Apostel Thomas und Matthias, sowie das Wappen des Thomas von Endingen (links) und das Wappen eines anderen Herrn von Endingen (rechts). Den Hinterbliebenen, der Witwe des Johann von Endingen, dem Grafen Konrad II. von Freiburg und der Stadt Freiburg mussten die beiden Üsenberger erhebliche Schadensersatzleistungen zahlen.
Von der Koliburg übte das Geschlecht der Herren von Endingen bis dahin das Vogt- und Schultheißenamt aus. Die Burg wurde nicht wieder aufgebaut. Die Familie von Endingen verzichtete auf das Lehen und wanderte 1333 nach Straßburg aus.
Quellen:- EBIDAT Koliburg Heiko Wagner
- Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X, S. 134–140.
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Freiamt - Keppenburg
Keppenburg {joomplu:594 type=thumbnail} Alternativname(n) Burg Keppenbach Landkreis Emmendingen Gemeinde Reichenbach
(Freiamt)Entstehungszeit 13. Jh. Ersterwähnung 1276 Burgentyp Höhenburg Erhaltungszustand Ruine Lage Spornlage Geografische Lage 48.16480/7.91689 Höhenlage 426 m ü. NHN Freiamt-Keppenbach - Keppenburg
Lage
Die Burg Keppenbach liegt in der Gemarkung Reichenbach, ein Ortsteil von Freiamt.
Geschichte
Die Besiedelung der Landschaft in Freiamt hat wohl im 11./12. Jahrhundert während der großen Rodungsepoche des Schwarzwaldes stattgefunden. Schon damals wussten die Menschen das sich zwischen den Gesteinen im Bundsandstein im Brettenbachtal Silbererzadern befinden könnten. So nahmen sich die Zähringer Herzöge günstiges Gelände und verdrängten dort sicher den mit der Rodung beschäftigten kleineren Adel. Zum Ritter von Keppenbach ernannten die Zähringer einen tüchtigen Untertanen und befahlen ihm, zum Schutze der Silbererzgruben eine Burg zu bauen. Diese erreicht zuletzt eine Länge von 200 Meter und eine Breite von35 Meter. Die Ausbeute an Silber war jedoch geringer als erhofft. Spätestens um 1800 wurde der Bergbau aufgegeben.
{joomplu:593 type=thumbnail} Foto: Hans-Jürgen van Akkeren {joomplu:592 type=thumbnail} {joomplu:591 type=thumbnail} Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren 
In der Burgruine Keppenbach fanden Waldarbeiter im Jahre 1886 eine Sandsteinreliefplatte aus der Zeit um 1200. Die Darstellung von Figuren unter einem Baum sind noch ungedeutet. Die Ornamente - typisch für die staufische Zeit - dürften auch von byzantinischen Buchillustrationen angeregt worden sein. Heute befindet sich die Reliefplatte im Badischen Landesmuseum Karlsruhe.Film: Hans-Jürgen van Akkeren 2014
Link: http://youtu.be/MqHYtCETMHAQuelle:
- Ortsgeschichte Freiamt von Hans Martin Cordier, Pfarrer i.R.
- "Ortsgeschichte von Freiamt" Ernst Walther 1903
Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren
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Freiburg-Günterstal Kyburg (Kybfelsen)
Kyburg {joomplu:578 type=detail|alttext=Burg Kyburg. Foto Hans-Jürgen van Akkeren.} Alternativname(n) Burg Kybfelsen Landkreis Freiburg i. B. Gemeinde Günterstal Entstehungszeit um 1100 Ersterwähnung 1484 Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Erhaltungszustand Mauerreste Geografische Lage 47.96128/7.88548 Höhenlage 820,8 m ü. NHN Freiburg-Günterstal - Die Kyburg
Dr. Andreas Haasis-Berner
ehemalige Burgstelle, nur Halsgraben und wenige Mauerreste erkennbar
Auf einem 820 m hohen Berg südlich der Dreisam finden sich die geringen Reste einer mittelalterlichen Burg. Aufgrund der geringen baulichen Reste kann man zwar die Ausdehnung erahnen, datierende Hinweise ergeben sich daraus jedoch nicht. Ebenso fehlen zeitgenössische Schriftquellen zur Burg. Demgegenüber liegt eine große Menge an Keramik vor, die Aussagen zur Entstehung und zum Ende der Anlage erlauben. Es handelt sich überwiegend um sogenannte „nachgedrehte Ware“, die vom 11. bis frühen 12. Jahrhundert üblich war. Anhand dieser Keramik kann auf eine Gründung in der Zeit um 1100 und auf die Hauptnutzung im 12. Jahrhundert geschlossen werden. Vertreter der nachfolgenden, reduzierend gebrannten Ware sind in sehr geringer Anzahl vertreten. Somit muss die Burg noch vor der Mitte des 13. Jahrhunderts – vielleicht sogar am Anfang des 13. Jahrhunderts – aufgegeben worden sein.Die Höhenlage und die frühe Datierung sprechen für eine Gründung und Nutzung durch ein mächtiges und einflussreiches Geschlecht. In diesem Zeitraum und nahe dem 1090 gegründeten Freiburg, ist natürlich an die Zähringer zu denken. Aufgrund der Keramik ist dies nicht eindeutig zu entscheiden. Sie kann auch in der Zeit vor der Eroberung des Breisgaus durch die Zähringer im Jahre 1078 durch ein unbekanntes Adelsgeschlecht gegründet worden sein. Dass die Burg jedoch nach diesem Zeitpunkt nicht den Zähringern gehört hat, ist schwer vorstellbar.
Ob die Kyburger in diesem Zusammenhang gesehen werden müssen, ist eher unwahrscheinlich, ist doch der Name durch zeitgenössische Quellen nicht belegt. Erst 1484, lange nach dem Ende der Burg, taucht diese Bezeichnung erstmals auf.
Literatur:
Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hg.), Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau, I. Nördlicher Teil: Halbband A-K. (= Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, 2003), 179-185.
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Hecklingen - Burg Lichteneck
Burg Lichteneck {joomplu:656 type=thumbnail}
Foto: Hans-Jürgen van AkkerenAlternativname(n) Liethenekke,
LichteneggeLandkreis Emmendingen Gemeinde Hecklingen,
(Kenzingen)Entstehungszeit 1265-1272 Ersterwähnung 1290 April 5. Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Bauform Rondellburg ohne
WehrturmZerstört 1675 April 15. Erhaltungszustand Ruine, restauriert Geografische Lage 48.17244/7.76785 Höhenlage 227 m ü. NHN Förderverein,
Burgvermietung,
Burgführungenburg-lichteneck.de Öffnungszeiten der
BurganlagePrivatbesitz,
nur während den
Führungen ge-
öffnet!Kenzingen-Hecklingen - Burg Lichteneck
Burg kann man mieten (Tel. 07644/7566 oder Email: )
Historix-Führungen Burgführungen auf der Burgruine LichteneckLink: https://youtu.be/U-rAs4dl4bM?si=-zO-LtY1D03YqfWg Lage
Am Eingang der Breisgauer Bucht steht die Burg heute auf dem Stadtgebiet Kenzingen, Gemarkung Hecklingen. Sie ist im Privatbesitz, das Gelände kann nur wärend den Burgführungen besichtigt werden. Die innere Burg Lichteneck liegt wie die Mehrzahl der Burgen des 13. Jh. in Spornlage auf der westlichen Spitze einer Muschelkalkplatte, d.h. also auf dem auslaufenden Ende kurz vor dem Abbruch der Gesteinsformation. Nach Norden und Osten wird die Burgstelle durch einen Halsgraben vom anstehenden Berg abgetrennt.
Die mittelalterliche Bausubstanz ist zum größten Teil ungeklärt. Die Burgruine befindet sich heute im Privatbesitz und wird in Absprache mit der Denkmalpflege Baden-Württemberg in Stand gehalten. Bei den durchgeführten Ausgrabungen fanden sich keine Hinweise auf eine Bebauung vor der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.
Von einer Vorgängeranlage der Lichteneck, wie Sie in der älteren Forschung (Futterer, Nr 22) vermutet wurde, kann aus mittelalterlichen Schriftquellen nicht abgeleitet werden.Geschichte
Im Jahre 1290 wird die Burg Lichteneck erstmals schriftlich erwähnt, wobei es keine Hinweise der Burg auf eine Herkunft aus dem zähringischen Erbe gibt. Vermutlich besaßen die Grafen von Nimburg über ihre Vogtei herrschaftliche Besitzungen und Rechte auf das Dorf Hecklingen. Ende des 12. Jahrhunderts gingen die nimburgischen Besitzungen an den Bischof von Straßburg über. Die Straßburger Kirche musste 1236 diese Besitzungen bis zu seinem Sturz an Kaiser Friedrich II. als Lehen überlassen. Danach ging der Besitz wieder an den Straßburger Bischof zurück.
Graf Konrad I. von Freiburg versuchte zwischen 1263 bis 1266 seine Machtstellung im Breisgau weiter auszubauen und setzte sich gegen den Bischof von Straßburg, Walter von Geroldseck, durch. Ebenso gelang es ihm 1265 sich gegen den Markgrafen von Hachberg durchzusetzten und gelangte so an das nimburgische Erbe. Im Jahre 1264 belehnt Graf Konrad I. die Gemeinde Hecklingen mit dem Wald Rumeshart. So gelangte vermutlich Graf Konrad I. an den Besitz des Dorfes Hecklingen und ließ in der Zeit zwischen 1265 und 1271 die Burg Lichteneck erbauen.1260-71 Graf Konrad I. von Freiburg erbaut vermutlich die Burg Lichteneck in der Zeit zwischen 1265 und 1271. 1290 Am 4. April verbündete sich der Graf Egino von Freiburg in St. Dié. Ebendort beurkundete Bischof Konrad III von Straßburg am 5. April die Übergabe Lichtenecks (»Liethenekke«) an Eginos Sohn Konrad (Reg. Bi. Str. 2272, FUB, Hefele II, Nr. 89), der Herzog von Lothringen ist Zeuge. Am gleichen Tage bezeugte der Bischof seinem Schwager Graf Egino, sein Sohn ist für volljährig erklärt und ihm seine Burg Lichteneck mit 80 Mark Einkünften aus anliegenden Ländereien sowie 120 Mark jährlichen Einkünften in Freiburg zu erblichen Eigentum übertragen. (FUB, Hefele II, Nr. 89) 1316 Erste urkundliche Erwähnung als Eigentum der Grafen von Freiburg. 1327 gelobten Konrad II. und sein Sohn aus erster Ehe, Friedrich, der Stadt Freiburg,die Burg Lichteneck niemandem zu verpfänden. 1330 waren die Burgen Lichteneck, Nimburg, Landeck und Kirnburg Pfandobjekte geworden.
Die Burg Lichteneck dürfte noch einmal militärischer Stützpunkt im Kampf der Grafen gegen die Üsenberger gewesen sein.1338 kam es zu einer Auseinandersetzung wegen der verpfändeten Lichteneck.Der Edelknecht Walther von Endingen hatte die Feste als Pfand inne. Mitte 14. Jh. Graf Friedrich von Freiburg (1350-56) war als ältester Sohn Konrads Herr von Freiburg geworden, und bei seinem frühen Tod übergab er die Herrschaft einschließlich Lichteneck an seine Tochter Klara, die um 1340 den Pfalzgrafen Götz von Tübingen geehelicht hatte: »Dieselbig Fraw Clara / die was so ein kuen / dapfer weib / das sie die von Freyburg zu einer regierenden Frawen annamen«(Sattler (1698/1979), S. 31). 1368 Die Burg Lichteneck ist im Besitz der Grafen von Tübingen-Lichteneck. 1433 Die Grafen von Tübingen-Lichteneck mischten sich im Streit des benachbarten Adels ein, dem Gerolsecker Krieg. Daraufhin wurden die Burg Lichteneck und Forchheim niedergebrannt. Die Burg wurde danach wieder aufgebaut. Besitzerfolge:
bis 1368 Grafen von Freiburg 1368-1660 Grafen von Tübingen, Herren von Lichteneck 1660-1721 Freiherren von Garnier 1721-1750 Grafen von Schauenburg 1750-1773 Freiherr von Grechtler
1773/74 Kaufvertrag Grechtler mit Markgräfin von Baden
Die Markgräfin tritt aber vom Kaufvertrag zurück.1774-1985 Grafen von Henin 1525 Im Bauernkrieg paktierte Graf Georg, nicht ganz freiwillig, mit den Bauern - die Burg wurde nicht beschädigt. 1632 Die Schweden erstürmten die Burg Lichteneck. 1633 Kaiserliche Truppen eroberten die Burg zurück, doch im selben Jahr kamen die Schweden wieder. 1634 Die Schweden eroberten die Burg Lichteneck und erschlugen alle Bauern. - 1634 oder 1635 wurde die Burg wieder kaiserlich. 1638 Die Burg wurde wieder schwedisch. bis 1644 lag auf der Burg Lichteneck eine schwedisch-weimarisch-französische Besatzung von 16 Musketieren und dem schottischen Leutnant Molvinus.
Die Gräfin von Tübingen-Lichteneck war mit ihrer Tochter nach Straßburg geflohen.1667-79 Seit dem Devolutionskrieg (1667/68) vermehrte Ludwig XIV. das französische Königreich durch gezielte Angriffskriege, und mit dem Holländischen Krieg gegen das Reich (1672-1679) wurde auch das Breisgau wieder herausragender Kriegsschauplatz. 1675 Am 15. April des Jahres wurde die Burg durch den französischen General Vaubrun zerstört. 1776-1985 Vom 31. Mai 1776 bis 1985 war die Burgruine im gräflich Hennischen Händen. seit 1985 befindet sich die Burgruine im Privatbesitz. Seitdem wird die Anlage aufwendig, durch einen Förderverein unterstützt, restauriert. "Förderkreis zur Erhaltung der Ruine Lichteneck e.V."
http://www.burg-lichteneck.de/
79341 Kenzingen
PayPal Spendenkonto des "Förderverein zur Erhaltung der Burgruine Lichteneck e.V."Quelle: Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X {joomplu:128 type=thumbnail} {joomplu:413 type=thumbnail} {joomplu:405 type=thumbnail} Grundriss Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren Text/Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren
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Herbolzheim - Burgstall im Hüttenbühl
Burgstall Hüttenbühl
GLA KA 66 Nr. 8553, 12;{joomplu:612 type=thumbnail}
Tennenbacher Güterbuch → HüttenbühelAlternativname(n) Herbolzheimer
Burg,
burgela (14 Jh.),
Hüttebühel (TG)Landkreis Emmendingen Gemeinde Herbolzheim Entstehungszeit 12. Jh. Ersterwähnung 1317-1341
(TG, S. 209, 227)Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Erhaltungszustand Burgstall Geografische Lage 48.22553/7.78292 Höhenlage 266 m ü. NHN Herbolzheim - Burgstall im Gewann Hüttenbüh(e)l

ehemalige Burgstelle, nichts mehr erkennbar
Beschreibung
Nordöstlich der Stadt Herbolzheim befindet sich auf der Grundkarte der verzeichnete Flurname "Hüttenbühl", eine vom vorderen Berg vorspringende Kuppe. Die Oberfläche des Hügels ist stark überformt und durch einen Geländeeinschnitt vom südlichen Bereich abgetrennt. Urkundlich ist keine Burg nachgewiesen. Archäologische Lesefunde Nachgedrehter Keramik belegen eine Nutzung des Areals des 12. Jahrhunderts. Der Name "Hüttenbühel" ([2][3]) wird erstmals im Tennenbacher Güterbuch (1317-1341, TG, S. 209, 227) belegt, was darauf hinweist, dass die Burg nicht mehr bestanden hat. Das Zinsbuch von Ettenheimmünster erwähnt in der Mitte des 14. Jhs. für Herbolzheim den Flurnamen burgela ohne Ortsbeschreibung. Der Zugang zu der Burg erfolgte vermutlich über einen Abzweig der Jungkinzig, einem alten Hohlweg, der nach Ettenheim über den verlaufenden Höhenweg führte. [1]
{joomplu:624 type=thumbnail} Herbolzheim - Burgstelle Hüttenbühl
Foto: Hans-Jürgen van Akkeren
Weblinks:- GLA KA 66 Nr. 8553, 12; Tennenbacher Güterbuch → Herbolzheim (Herbolzhein): Online http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-4038421-1
- GLA KA 66 Nr. 8553, 12; Tennenbacher Güterbuch → Herbolzheim Sp. 486 letzer Absatz (Hüttebbühel): Online http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-4038421-2
- GLA KA 66 Nr. 8553, 12; Tennenbacher Güterbuch → Herbolzheim Sp. 515 achte Zeile von unten (hüttebühel): Online http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-4038421-10
Quellen:- Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Halbband 1: A – K. Nördlicher Teil. (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7364-X (→ Herbolzheim "Hüttenbühl", S. 195)
- „Hütten“ = Unterkunftsräume für Soldaten, Meyers Großes Konversationslexikon (6. Auflage, 1905–1909), digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/21, www.woerterbuchnetz.de/Meyers/Hütten
- Hüttenbühel; -bühel =Hügel. „bühel, m.“, Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/21, www.woerterbuchnetz.de/DWB/bühel
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Istein - Burg Istein
Burg Istein {joomplu:1 type=detail}
Kapelle St. VeitAlternativname(n) Isteiner Klotz Landkreis Lörrach Gemeinde Istein
(Efringen-Kirchen)Entstehungszeit 12. Jh. Ersterwähnung 1185 Burgentyp Höhenburg Lage Spornlage Erhaltungszustand Ruine,
MauerresteGeografische Lage 47.66153/7.53027 Höhenlage 245 m ü. NHN Istein - Burg Istein (Isteiner Klotz)
Burgstelle erkennbar, wenig oder keine RuinenresteLandkreis Lörrach, Efringen-Kirchen, Ortsteil Istein.
Lage - Baubeschreibung
Die Burg Istein stand einst auf dem "Isteiner Klotz", ein großer imposanter Kalksteinfelsen. Sie bestand aus einer Ober- und Unterburg. Die Anlage besteht heute nur noch aus der Hölenkapelle (einst künstlich erweiterte Aushöhlung im Fels), sie ist von April bis Oktober täglich geöffnet. Der heutige Zustand ist saniert.
Das obere Plateau, auf dem einst die Oberburg stand, ist heute nicht mehr zugänglich. Im hinteren Teil befindet sich noch ein Halsgraben. An der südöstlichen Längseite und an der Spornspitze befinden sich noch Reste von Mauerwerken.Die Unterburg stand vermutlich im Bereich des heutigen Friedhofs, die bei Grabungen festgestellt wurden. Darum müsste sich damals schon ein Aufgang zur Oberburg durch die Höhlenkapelle befunden haben. Über eine Brücke gelangte man von der Kapelle auf einen Teil des Plateaus, von dort aus man auf die Oberburg über Aufgang gelangte.
Bis auf die Brücke, ist dieser Teil heute nicht mehr zugänglich.Die Istein diente im 13. Jh. den Domherren von Basel als Aufenthaltsort.
Zwischen 1327 und 1365 residierte gelegentlich der Basler Bischof Johann Senn von Münsingen auf Istein.{joomplu:15 type=detail} Ältestes Haus in Istein. Auf der Stirnseite am Balkenwerk steht die Jahreszahl 1553.
Geschichte
1185 Die Burg Istein wird erstmals erwähnt, Sie ist im Besitz des Bischofs von Basel. 1233 Das castrum Istein wird nochmals erwähnt. 1242 Albrecht von Habsburg stellt zu Istein eine Urkunde aus. Vermutlich auf der Burg selbst. 1306 Jakobs von Lörrach wird mit einem Burglehen zu Istein erwähnt. 1329 Ein weiteres Burglehen ging an die Münch von Landskorn. 1366 Im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen der Stadt Basel, wird mit einem Auszug des Domkapitels und der Verwahrung des Domschatzes auf der Burg Istein gedroht. 1371 Im Kampf zwischen dem Erzprister Werner Schaler und dem Basler Bischof Johann (Jean) von Vienne (1365-1382), wurde die Istein durch Anhänger Schalers eingenommen. 1372 Im Bündnis mit der Stadt Basel eroberte der Bischof die Istein zurück, musste sie aber zur Begleichung der Kriegschulden an die Stadt Basel verpfänden. 1374/75 Dem Bischof gelingt es die Burg wieder auszulösen. 1376 Wegen finanzieller Probleme muss der Bischof die Burg Istein erneut verpfänden, diesmal sogar an seinen Gegner Werner Schaler.
Schaler verpflichtet sich die Burg für 300 Gulden zu renovieren, womit seine Pfandschaft anerkannt wird.
Der neuer Pfandherr Schaler gibt die Burg später an den Herzog Leopold III. von Österreich weiter. Durch seine Besitzungen im Elsaß und der Schweiz, engt der Habsburger durch seine neue Erungenschaft Istein die Stadt Basel weiter ein.
1409 Die Stadt Basel sah sich durch den Habsburgerischen Besitz Istein bedroht und zog im Herbst 1409, unterstützt durch die Städte Bern und Solothurn, mit mehreren tausend Kämpfern und schweren Geschützen vor die Burg Istein. Die Burgbesatzung gab nach nur einem Tag Belagerung auf und Istein wurde mit 15 Kriegsknechten durch die Stadt Basel besetzt. 1410 In einem Vertrag zwischen der Katharina von Burgund, Herzogin von Österreich, wurde festgehalten, dass der Stadt Basel die Burg Istein für alle Zeiten gehören sollte.
Vom November 1410 bis zum 13. Januar 1411 ließ die Stadt Basel die Burg Istein durch den Büchsenmeister Pfleger schleifen, damit Istein weder eine Bedrohung, noch eine finanzielle Belastung für Basel darstellen wird. Nur die beiden Kapellen sollten verschont bleiben.1580 Die Höhlenkapelle St. Veit wird erwähnt. Sie ist bereits im späten 17. Jh. verwahrlost und wurde vermutlich im 18. Jh. wieder hergerichtet. 1808-10 Ein vorhandener Zugang von der Kapelle zum oberen Plateau wird verbreitert und der heutige Zugang zur Kapelle geschaffen. {joomplu:2 type=detail} {joomplu:3 type=detail} Text/Fotos: Hans-Jürgen van Akkeren
Quelle: Theiss Burgenführer, Oberrhein Heiko Wagner - 66 Burgen an Basel bis Karlsruhe. Seite 74/75
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